Zusammen mit seiner, wie er sie liebevoll nennt, „Kapelle“, die aus Georg Wagner und Klaus Schenk besteht, brachte der Autor eine ganz besondere Atmosphäre in die gut gefüllte Buchhandlung. Die beiden Musiker stimmten das Publikum auf ihre eigene Art und Weise mit Fußballklassikern wie „Three Lions“ oder „Fußball ist unser Leben“ auf den Abend ein. Diel klärte in seiner Lesung die wichtigsten Fragen des so beliebten Sports. Die Reise begann bei der Frage, warum die Beschäftigung mit dem runden Leder überhaupt so eine große Rolle im Leben spielt.
Diel erklärte zunächst, dass er früher selbst eigentlich gar nichts mit Fußball am Hut hatte. Während seiner Arbeit für eine überregionale Zeitung merkte der Osthesse jedoch schnell, dass der Sport für die Menschen essenziell war. „Es war für die Leute wichtiger als die persönliche Existenz und die eigene Zukunft, wie Wattenscheid gegen Meppen gespielt hat“, blickte Diel schmunzelnd zurück.
Darüber hinaus wurden im Laufe des Abends auch die Herkunft, der tiefere Sinn und das große Ziel des Spiels humorvoll besprochen. Der moderne Fußball wurde im Jahr 1863 in einer Kneipe in London geboren, als elf Vereine den ersten offiziellen Verband gründeten. „1878 wurde, das mag erstaunen, in Hannover der erste deutsche Fußballverein gegründet“, so der Buchautor.
Das Regelwerk glich sich in der Folgezeit hierzulande den internationalen Gegebenheiten an. „So gilt auch seit 1896 die Jenaer Regel, nach der auf einem Fußballplatz keine Bäume stehen dürfen“, erklärte der Journalist. Das oberste Ziel sei bis heute unverändert geblieben, wie ein berühmtes Zitat von Trainer-Legende Otto Rehhagel beweist: „Der Ball muss ins Tor.“
Auch die Spielfeldmaße rückten in den Fokus der Lesung. Hierzu kam ein weiteres, augenzwinkerndes Zitat von Rehhagel zu Wort, welcher einst sagte: „Ich kann überall spielen, die Plätze sind überall gleich lang und gleich breit.“ Dies stellt sich in der Realität jedoch als weitverbreiteter Irrtum heraus, denn die Maße der Felder weichen selbst bei großen internationalen Turnieren merklich voneinander ab.
Zudem ging es um das Schiedsrichterwesen und das Spiel an sich, die der gelernte Zeitungsmann auf humoristische Weise erklärte. „Marcel Reif erklärte dazu: Je länger das Spiel dauert, desto weniger Zeit bleibt“, hielt Diel fest. Auch das Thema Handspiel fand seinen Platz auf der Agenda. „Wie Uwe Rapolder, auch ein Trainer, sagte: Man muss sehen, dass es verschiedene Körperteile gibt, es gibt Arme und Beine. Das muss man unterscheiden können“, so der Journalist.
Passend dazu durfte natürlich auch Diego Maradona mit seiner legendären „Hand Gottes“ im Ulenspiegel nicht fehlen. Abgerundet wurde die geschichtsträchtige und gleichermaßen amüsante Reise durch die Fußballhistorie mit denkwürdigen Meilensteinen wie der geschichtsträchtigen „Schlacht von Córdoba“, dem Mythos um den „Geist von Malente“ sowie der unvergessenen „Schmach von Gijón“.
