In seinem ersten Jahr an der Seitenlinie feierte SGR-Trainer Marius Eurich die Meisterschaft: Mit einem 4:1-Heimsieg gegen Neuenstein krönte sich Rückers mit dem Titelgewinn und die Feierlichkeiten kannten kaum ein Ende. „Wir waren noch lange am Platz aktiv und sind später ins Sporthaus gegangen“, berichtete Eurich von den Feierlichkeiten. Erst gegen halb sechs am nächsten Morgen waren auch die letzten Spielerinnen verschwunden, nur um einige Stunden später mit dem Planwagen durch das Dorf zu fahren und anschließend mit den Herren der SG Rückers/Mittelkalbach II die Meisterschaft in der B-Liga Süd zu feiern – die ebenfalls im Sporthaus endete. Nach dem Titelgewinn in der Gruppenliga kommt Eurich aus dem Schwärmen kaum noch raus. „Ich habe vorher einige Jahre in der Jugend und bei den Herren trainiert. Bei der Trainingsbeteiligung, dem Engagement und Einstellung kann sich das ein oder andere Herren-Team von den Damen eine Scheibe abschneiden“, so der Coach. Besonders die Mischung aus jungen Talenten und erfahrenen Spielerinnen habe den Unterschied in der Liga gemacht. Aber auch die Offensive und Defensive kann sich sehen lassen. In 16 Spielen erzielte Rückers 79 Treffer, dabei teilten sich die Spielerinnen die erzielten Tore untereinander auf – ein großer Unterschied zum Konkurrenten Unterhaun, wie Eurich ausführt. Beim Tabellenzweiten erzielten Emely Kuhnert und Mia Hummel 60 der insgesamt 95 Tore in der abgelaufenen Spielzeit, für den SGR-Coach absolute Unterschiedsspielerinnen. „In den Spielen waren sie schwer zu stoppen, das haben wir zu spüren bekommen“. Die beste Rückerser Torschützin war Lena Grazyna Richter mit 18 Treffern. Trotz des engen Meisterschaftskampfs sei der Titelgewinn verdient, so Eurich. „Wer mehr und viel arbeitet, wird am Ende belohnt“.
Doch mit der Meisterschaft der Frauen in der Gruppenliga war noch lange nicht Schluss mit den Feierlichkeiten: Die Reserve-Mannschaft musste bis zum letzten Spieltag in der Kreisoberliga Süd zittern. Doch am Ende sicherte sich das Team von Trainer Markus Fehl die verdiente Meisterschaft – wenn auch nicht auf dem Platz. Das letzte Saisonspiel gegen Spielberg wurde von den Gegnern abgesagt und Rückers bekam die drei Punkte zugesprochen. „Als Fußballer ist es eigentlich das Schlimmste, nicht auf dem Platz Meister zu werden“, sagte SGR-Trainer Markus Fehl. Stattdessen zog es etwa 30 Spielerinnen zum letzten Saisonspiel des direkten Konkurrenten FV Steinau. Am Ende reichte Steinau der 4:0-Sieg über den TSV Bachrain nicht aus und die Feierlichkeiten bei den Rückerser Frauen kannten nach dem Abpfiff keine Grenzen. Es wurde lautstark gesungen und sogar der eine oder andere Bengalo gezündet. Gemeinsam mit einem Kleinbus ging es für die Mannschaft gemeinsam Eis und Döner essen, ehe sie zu Ehren von Marius Eurich bei seinem Heimatverein FSG Vogelsberg vorbeischauten und den Abend im Vereinsheim ausklingen ließen. Erst in der Winterpause peilten die Rückerser Frauen die Meisterschaft an. Über die gesamte Saison trainierten einige Spielerinnen aus dem Reserve-Team beim Gruppenligisten mit, andersherum genauso. Dadurch entwickelten beide Mannschaften eine enge Verbindung auf, aber auch neben dem Platz. „Wenn du donnerstags eine Spielersitzung machst und dort sitzen dann für beide Teams bis zu 30 Spielerinnen, ist das schon echt krass“, zeigte sich Fehl begeistert und fügte an: „Die Kameradschaft hat uns in diesem Jahr ausgemacht. In den vielen Jahren, wo ich Fußball erlebe, habe ich das noch nie gesehen“. Trotz des Aufstiegs in die Gruppenliga möchte Rückers II kleine Brötchen backen. Aktuell soll der Kader noch aufgefüllt und erweitert werden, die Gespräche laufen bereits. Die Liga sei jedenfalls kein Neuland, so der Coach. „Unser Ziel ist ganz klar der Klassenerhalt. Alles andere wäre Quatsch“.
