Im Vorfeld des Endspiels sorgte bei den Vereinen vor allem die zeitliche Ansetzung für Diskussionen: Das letzte Spieltag der Hessenliga-Saison ging bereits am 23. Mai über die Bühne, und anstatt sich nach einer langen Spielzeit in die Sommerpause verabschieden zu können, mussten sich die beiden Ligakonkurrenten Lütter und Marburg ganze drei Wochen gedulden, um noch das Finale spielen zu können. „Der Zeitpunkt ist nicht optimal gewählt, so ehrlich muss man sein“, sagt TSG-Coach Julian Treidler vor dem Endspiel: „Die Mädels versuchen ihren Sommerurlaub nach Saisonende und idealerweise vor den Beginn der Vorbereitung zu legen. So haben wir jetzt den Fall, dass wir urlaubsbedingt auf einige Spielerinnen verzichten müssen.“ Mit Verletzungen und Sperren kommt Treidler gar auf sieben Spielerinnen, die es vor dem Duell mit dem amtierenden Meister zu ersetzen gilt – was die Aufgabe gegen die Mittelhessen nicht leichter macht, zumal die Marburger den Vorteil haben, dass das Finale in diesem Jahr vor der Haustür stattfindet: Gespielt wird im Georg-Gaßmann-Stadion im Marburger Westen. „Das ist natürlich ein Vorteil. Sie sparen sich die Anreise, und können im Vorfeld vielleicht schon mal auf dem Platz trainieren. Aber wir suchen keine Ausreden und schauen komplett auf uns. Wir wollen das Bestmögliche herausholen und können uns dabei auch auf die Unterstützung unserer Fans verlassen“, betont Treidler – aus Lütter wird sich am Samstag ein Trupp auf den Weg in Richtung Marburg machen, um die TSG lautstark zu unterstützen. „Die Floskel besagt ja, dass der Pokal seine eigenen Gesetze hat. Wenn wir im richtigen Moment die richtige Leistung bringen, denke ich, werden Kleinigkeiten entscheiden.“
Treidler und sein Team werden gegen Marburg mit Sicherheit an die Grenzen und darüber hinaus gehen müssen, um den Meister zu schlagen und in den DFB-Pokal einzuziehen – das ist in Lütter aber jedem bewusst: „Man kann Marburg für die Runde nur gratulieren, sie sind völlig verdient Meister geworden. Dazu haben wir dieses Jahr noch nicht gegen sie gewonnen.“ Im Spiel am heimischen Sauerbrunnen musste sich die TSG mit 0:2 geschlagen geben, in Marburg holte Lütter ein achtbares 1:1-Unentschieden. „Das dritte Ergebnis, was ja jetzt noch fehlt, ist ein Sieg von uns“, schmunzelt Treidler, dessen Team alles in die Waagschale werfen will, um sich den Traum von einer DFB-Pokalteilnahme zu ermöglichen: „Es wird natürlich maximal schwierig, Marburg war die ganze Saison über konstant und steht vor allem defensiv sehr gut. Aber es sind 90 Minuten, plus ein mögliches Elfmeterschießen, die beide Teams vom Pokal trennt. Alles ist möglich“, gibt sich Treidler kämpferisch.
Großer Finaltag: Frauenfußball-Bühne steht in Marburg
Der Finaltag beginnt am Vormittag bereits mit den Finalturnieren der Nachwuchsklassen. Sowohl bei den D-Juniorinnen, als auch bei den C-Juniorinnen treten jeweils sechs qualifizierte Teams an, um ihre Siegerinnen zu ermitteln und den Turniersieg auszuspielen.
Am Mittag folgt mit dem Ü32 Ladies Cup ein weiteres Highlight des Tages. Beim Meldeturnier treffen erfahrene Spielerinnen aufeinander und sorgen für zusätzliche Fußballatmosphäre auf der gesamten Anlage. Ebenfalls zur Mittagszeit steht das Finale der B-Juniorinnen auf dem Programm, in dem sich Eintracht Frankfurt und Dortelweil im direkten Endspiel gegenüberstehen.
Das große sportliche Finale als Höhepunkt des Tages bildet schließlich um 16 Uhr das Frauen-Endspiel zwischen Lütter und BG Marburg. Hier fällt die letzte Entscheidung eines langen Fußballtages vor hoffentlich großer Kulisse im Georg-Gaßmann-Stadion.
Für die Finalspiele der B-Juniorinnen und der Frauen geht es dabei nicht nur um Titel und Pokale. Die jeweiligen Siegerinnen qualifizieren sich zudem für den DFB-Pokal und vertreten damit die Region auf nationaler Ebene.
Fußballbegeisterte sind herzlich eingeladen, diesen besonderen Fußballtag am 13. Juni im Georg-Gaßmann-Stadion live mitzuerleben.
