Fußball 12.06.2026

Experten-Tipps zur XXL-WM: Osthessens Trainer blicken auf das Turnier

Osthessen (pk) – Die Fußball-Weltmeisterschaft in Nordamerika steht vor der Tür: Am Donnerstagabend um 21 Uhr ertönt der Anpfiff des Eröffnungsspiels zwischen Gastgeber Mexiko und Südafrika. Trotz der enormen Zeitverschiebung ist das Fußballfieber in der Region bereits spürbar. Lokale Trainer aus dem osthessischen Fußball blicken im Vorfeld des Turniers auf die Chancen der Favoriten, der eigenen Mannschaften und der deutschen Elf.

Foto mit KI erstellt.

Cimen: Frankreich und Spanien als Topfavorit

Daniyel Cimen, Trainer der SG Barockstadt, hat sich trotz der aus europäischer Sicht ungewohnten Anstoßzeiten bereits einen genauen Plan zurechtgelegt. „Gerade die Deutschlandspiele sind fest eingeplant. Ich werde trotzdem nicht für alle Spiele mitten in der Nacht extra aufstehen, zumindest nicht in der Gruppenphase“, erklärte Cimen mit einem Schmunzeln. Dennoch werde versucht, so viele Partien wie zeitlich möglich zu verfolgen.

Sportlich sieht der Coach für alle teilnehmenden Mannschaften eine enorme Umstellung, da die Voraussetzungen dieser XXL-Weltmeisterschaft besonders intensiv sind. Durch die Aufstockung der FIFA auf 48 Teams kommt ein weiteres K.-o.-Spiel auf dem Weg ins Finale hinzu, zudem warten logistische Herausforderungen zwischen den drei Austragungsländern Mexiko, USA und Kanada. „Da braucht es eine gute Breite im Kader“, so Cimen. Dem deutschen Team wünscht und traut er eine erfolgreiche Rolle zu. Es gelte, die klassischen Turniertugenden, die die deutschen Mannschaften in erfolgreichen Turnieren ausgemacht haben, auf den Platz zu bringen. „Ich würde mir wünschen, dass wir mindestens ins Viertelfinale einziehen“, so Cimen.

Allerdings könnte es bereits im Achtelfinale zu einem echten Kracher kommen. Sollte die Mannschaft von Bundestrainer Julian Nagelsmann die Gruppenphase gegen Curaçao, Ecuador und die Elfenbeinküste als Erster überstehen sowie das anschließende Sechzehntelfinale gewinnen, droht ein Duell mit Frankreich. Cimen sieht die „Équipe Tricolore“ neben Spanien als absolute Titelfavoriten: „Wenn man dann auch sieht, wen sie zu Hause gelassen haben oder auf der Bank sitzen haben, ist das schon etwas anderes.“ Daneben zählt er Brasilien, Portugal und Deutschland zum erweiterten Favoritenkreis.

Martinez: Daumen drücken für die „La Furia Roja“

Mit einem gespannten Blick auf den amtierenden Europameister Spanien meldet sich Francisco Martinez zu Wort. Der Coach der SG Sickels gestand jedoch, sich aufgrund der gerade erst abgelaufenen heimischen Saison noch nicht intensiv mit dem Turnier befasst zu haben. „Ich glaube, dass dieses WM-Feeling erst kommt, wenn das Turnier anfängt“, so Martinez. Die spanische Auswahl sieht er diesmal nicht zwingend ganz oben auf dem Treppchen: „Wenn sie ihre Stärken auf den Punkt bringen, können sie weit kommen. Weltmeister würde ich aber erst einmal nicht unterschreiben.“

Gerade auf die beiden hochtalentierten Offensivspieler Lamine Yamal und Nico Williams werde es ankommen. „Ich denke, dass sie die Vorrunde definitiv überstehen, genauso wie Deutschland“, so der Sickelser Coach. Spaniens Gruppe mit Kap Verde, Saudi-Arabien und Uruguay sieht dabei machbar aus. Bei seinem finalen Titel-Tipp geht Martinez kein Risiko ein: „Wenn ich jetzt tippen müsste, würde ich Frankreich sagen.“ Vor allem Michael Olise präsentiere sich momentan in überragender Form. Auch mit den südamerikanischen Schwergewichten Brasilien und Argentinien sei immer zu rechnen. Dennoch drückt er primär der „La Furia Roja“ die Daumen: „In erster Linie hoffe ich natürlich auf Spanien, danach auf Deutschland – und dann kann kommen, was will.“

Kücükler: „Wenn sie 2002 toppen, wäre es super“

Ebenfalls so viele Spiele wie möglich verfolgen möchte Kubilay Kücükler. Den Meistertrainer des Türkischen SV, der die Türkei unterstützt, hat es bezüglich der Anstoßzeiten allerdings besonders hart getroffen: In der Gruppenphase stehen Partien um 4 Uhr, 5 Uhr und 6 Uhr morgens auf dem Programm. Bei der Auslosung der Kontrahenten kam die türkische Mannschaft hingegen gut weg – in der Gruppe mit den USA, Paraguay und Australien wird das Team vielerorts als Favorit gesehen. „Wenn sie 2002 toppen, wäre es super“, erklärte Kücükler lachend mit Blick auf die historische WM in Japan und Südkorea, als die Türkei erst im Halbfinale am späteren Weltmeister Brasilien scheiterte. „Die Türken haben einen guten, jungen Kader. Viertelfinale oder Halbfinale wären super“, so Kücükler weiter. Dem deutschen Team traut er ebenfalls einiges zu. Er könnte sich sogar den Finaleinzug und den Titelgewinn vorstellen: „Das würde dem deutschen Fußball auch gut tun.“ Als absoluten Topfavoriten sieht der Meistertrainer dennoch die Franzosen: „Die Qualität ist einfach krass.“ Direkt dahinter hat er aber bereits die deutsche Mannschaft auf dem Zettel.