Lokales FD 04.06.2026

Ermutigen statt Ratschläge: Fortbildung zum Thema Stillen

Fulda (pm/jah) – Stillen hat zahlreiche positive Effekte für Kinder und ihre Mütter, dennoch ist das Thema für viele Frauen herausfordernd. Sie so zu beraten, dass sie die Entscheidung für oder gegen das Stillen selbstbestimmt und gut begleitet treffen können, war das Ziel einer Fortbildung speziell für Fachkräfte aus dem Gesundheits- und Sozialwesen. Rund 20 Interessierte nahmen an der Veranstaltung, organisiert durch das Gesundheitsamt des Landkreises, teil.

Gemeinsam für eine gute Still-Entscheidung (von links): Prof. Dr. Dirk Breitmeier (Kreisgesundheitsamt), Gesundheitsdezernent Frederik Schmitt, Referentin Brigitte Neumann, Alexandra Vogel und Maren Peuker (Kreisgesundheitsamt) sowie Teilnehmerinnen der Fortbildung. Foto: Sebastian Mannert

Stillen fördert die Gesundheit von Mutter und Kind, es verbindet, entspannt und ist praktisch. Aber nicht bei allen Müttern funktioniert es auf Anhieb, manche haben Vorbehalte oder Schmerzen beim Stillen, andere empfinden Scham, wenn sie ihr Kind in der Öffentlichkeit stillen. Stillprobleme sorgen dafür, dass die Stillquote in den ersten Lebensmonaten abnimmt. Umso wichtiger ist eine gute Unterstützung, die informiert und ermutigt, Stolpersteine zu überwinden. „Motivierend zum Stillen beraten“ stand deshalb im Fokus einer Fortbildung des Kreis-Gesundheitsamtes speziell für Hebammen, Still- und Laktationsberaterinnen, Gesundheitsfachkräfte der Frühen Hilfen, medizinisches Fachpersonal, Frauen- und Kinderärztinnen bzw. -ärzte, Mitarbeitende von Beratungsstellen. Sie ist ein Baustein des Konzepts zur Stillförderung im Landkreis, welches regelmäßig Fortbildungen für die Zielgruppe vorsieht.

Referentin Brigitte Neumann vom Netzwerk „Gesund ins Leben“ stellte den Teilnehmenden das Konzept der „motivierenden Gesprächsführung“ vor. Anhand von Fallbeispielen lernten die Fachkräfte geeignete Methoden kennen, um den Weg von Müttern hin zu einer stimmigen Stillentscheidung sicher begleiten zu können. Bei vorhandenem Wissen der Frauen ansetzen, ist die Devise. Allein Ratschläge zu erteilen, kann auch Widerstände erzeugen. „Stillen sollte immer die eigene Entscheidung sein“, betonte Neumann. Ein entscheidender Vorteil der motivierenden Gesprächsführung sei, dass sie schon in kurzen Beratungsgesprächen angewendet werden könne. Sie koste keine zusätzliche Zeit und könne die Beratenden sogar entlasten, so Neumann.

Die Fortbildung wurde in Verbindung mit der Hebammenkreisversammlung organisiert. Erster Kreisbeigeordneter Frederik Schmitt dankte den beiden Hebammenkreissprecherinnen Monika Darimond und Monika Schmitt für die gute Zusammenarbeit.

Beratung und Informationen zum Thema Stillen gibt es hier:

•           In Stadt und Landkreis Fulda – Rubrik „Angebote zum Stillen“

www.eva-fulda.de/fruehe-hilfen/beratungsangebote

•           www.gesund-ins-leben.de/fuer-familien/alles-fuer-die-stillzeit

•           www.kindergesundheit-info.de/themen/ernaehrung/stillen