Lokales FD 26.06.2026

Denkmalschutzpreis: Saalbau des Fuldaer Hofs unter den Nominierten

Maberzell (st) – Der Hessische Denkmalschutzpreis würdigt seit 1986 herausragendes Engagement für den Erhalt des kulturellen Erbes. Ausgezeichnet werden private Eigentümer, Initiativen und Körperschaften, die historische Gebäude und Anlagen erhalten und restaurieren. Voraussetzung ist, dass die jeweilige Maßnahme nicht länger als drei Jahre zurückliegt. Zu den diesjährigen Nominierten zählt auch der Fuldaer Hof in Maberzell mit seinem Inhaber Björn Helfrich.

Foto: Stephanie Trapp

Durch die Zusammenarbeit mit Lotto Hessen flossen bislang mehr als 117 Millionen Euro aus den Erlösen der Rubbellose in den Denkmalschutz. Seit Einführung des Preises wurden hessenweit rund 280 Objekte ausgezeichnet. Der Preis ist mit insgesamt 25.000 Euro dotiert. Ergänzt wird er seit 2017 durch einen Ehrenamtspreis des Landes Hessen, der das bürgerschaftliche Engagement im Denkmalschutz besonders würdigt.

Der Fuldaer Hof blickt auf eine lange Geschichte zurück. Der Backsteinbau, der an ein älteres Fachwerkgasthaus anschließt, wurde im Jahr 1903 errichtet. Durch die denkmalgerechte Sanierung kann der historische Saal heute wieder genutzt werden. Besondere Aufmerksamkeit galt dabei den Deckenmalereien des Kirchenmalers Hugo Pfister. Diese waren über Jahrzehnte hinter einer eingezogenen Decke verborgen und durch Feuchtigkeit sowie bauliche Eingriffe stark beschädigt worden. Die in den 1920er Jahren entstandenen Malereien gelten als seltenes Beispiel qualitätsvoller und raumprägender Deckenkunst im ländlichen Raum. Da Pfister als bedeutender Rhön- und Kirchenmaler bekannt ist, kam ihrem Erhalt besondere Bedeutung zu.

Restauratorin und Malermeisterin Melanie Vogel-Schmidt gelang es, die historischen Malereien wiederherzustellen. „Es ist wertiger geworden, trotz vieler Steine, die in den Weg gelegt wurden“, betonte Björn Helfrich. Die Wiederbelebung des Saals sei für alle Beteiligten eine Herausforderung gewesen. Ziel sei es gewesen, den Raum wieder zugänglich zu machen, ohne seinen ursprünglichen Charakter zu verlieren.

Architekt Johannes Wehner fasste die Herangehensweise mit den Worten „so wenig wie möglich, so viel wie nötig“ zusammen. „Der Begriff Dornröschenschlaf trifft es ganz gut“, sagte Wehner: „Der Raum hat eine Aura.“

Im Zuge der Sanierung entstand zudem eine Terrasse. Da der Saal künftig vor allem für Feierlichkeiten genutzt werden soll, wurde das Nutzungskonzept entsprechend angepasst. Nach Angaben von Helfrich finden dort rund 130 Gäste sitzend Platz – zusätzlich bleibt Raum für eine Tanzfläche.

Nach dem Besuch im Fuldaer Hof setzte die Jury ihre Besichtigungstour bei der ebenfalls nominierten Waggonia in Loheland bei Künzell fort. Bereits am Dienstag hatte sie die Grafenscheune in Schlitz besucht, die ebenfalls für den Hessischen Denkmalschutzpreis vorgeschlagen ist. Die Preisverleihung findet am 10. September in Marburg im Rahmen einer Feierstunde mit geladenen Gästen statt.

Nominierung des Fuldaer Hofs für den Denkmalschutzpreis. Fotos: Stephanie Trapp