Ein weitergehender Antrag, gestellt von Szymon Mazur (SPD), weitere Betroffene zu hören, wurde abgelehnt: Gerhard Möller als Vorsitzender der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexualisierter Gewalt im Bistum Fulda sollte noch einmal gehört werden, dazu ein nicht genannter hauptamtlicher Mitarbeiter der katholischen Kirche, der aussagen wolle, dass er gehört habe, Johannes Dyba habe von Weihbischof Johannes Kapp Mitteilungen zu Mißbrauchstaten von Priestern erhalten. Zugestimmt hatten nur die SPD, AfD und Linken-Vertreter. Hans-Dieter Alt faste die Meinung der Mehrheit zum letzten Punkt zusammen: „Ich halte es nicht für erforderlich, dass der Ausschuss eigene Untersuchungen über das Ergebnis des 320-seitigen Berichts der Kommission hinaus durchführt, und wir hier Hörensagen von Dritten diskutieren.” Dem stimmten unter anderem Patricia Fehrmann (CDU), die darauf hinwies, der Ausschuss sei „keine Ermittlungsbehörde“, sowie Ute Riebold (Die Partei), als eine der Antragsstellerinnen zur Umbenennung, zu.
Keinerlei Widerspruch gab es zum Antrag, einen Betroffenen zu hören, auch wenn sich die Beschlussfassung dadurch jetzt mindestens bis nach der parlamentarischen Sommerpause im September verzögert. Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld nannte es „aus meiner Sicht unerlässlich, mit Betroffenen zu reden“. Ute Riebold sah dieses Gespräch sogar als wichtiger an, als mit dem Bischof zu reden. Ernst Sporer (Grüne) und Patricia Fehrmann argumentierten auch dafür, Missbrauchsbetroffene anzuhören. Die Abstimmung zur weiteren Verfahrensweise war dann auch einstimmig, bei Enthaltung von Szymon Mazur.
Mit weiteren Tagesordnungspunkten war der Ausschuss schnell fertig. Neuer Ortsgerichtsvorsteher im Bezirk Fulda V (der Fuldaer Norden unter anderem mit Niesig, Dietershan und Lehnerz) soll Ludger Hinz werden. Für die grundhafte Sanierung der Straße „“Am Rinnweg“ erfolgte die Auftragsvergabe und für das Bundesprogramm „Anpassung urbaner und ländlicher Räume an den Klimawandel“ soll ein Förderantrag zur Neugestaltung der Außenfläche am Betriebshof gestellt werden. Bisher war dies meist interne Verwaltungsarbeit, solche Anträge zu stellen – aufgrund neuerer Gesetzesvorgaben müssen darüber die gewählten Stadtverordneten beschließen. Wingenfeld verwies in der Sitzung darauf, dass die Chancen, ins Förderprogramm aufgenommen zu werden, eher gering seien.
