Lokales HEF 27.06.2026

Bad Hersfelder Festspiele feierlich eröffnet – Roter Teppich läuft

Bad Hersfeld (jah/sim) – Die Bad Hersfelder Festspiele feiern ein besonderes Jubiläum: Am heutigen Freitagabend wird die 75. Spielzeit feierlich eröffnet. Den Auftakt bildet um 18 Uhr der Festakt in der Stiftsruine mit zahlreichen Ehrengästen aus Politik, Kultur und Gesellschaft. Im Anschluss folgt der traditionelle Empfang auf dem roten Teppich, bevor um 21 Uhr mit der Premiere von „Parzival oder die Suche nach dem heiligen Gral“ die Jubiläumssaison offiziell beginnt. Osthessen-Zeitung begleitet den Abend mit einem Live-Ticker direkt aus Bad Hersfeld.

Von links: Boris Rhein, Elke Hesse, Anke Hofmann, Dr. Wolfram Weimer, Timon Gremmels, Michael Roth und Volker Bouffier. Fotos: Silas Messing

Das Ensemble der diesjährigen Festspiele.

Auch Hessens Ministerpräsident Boris Rhein ist natürlich vor Ort.

Unter großem Jubel verkündete Boris Rhein die offizielle Eröffnung der Festspiele.

Bürgermeisterin Anke Hofmann.

Boris Rhein ist auf der Bühne.

Schauspieler Julian Weigend.

Intendantin Elke Hesse.

Auch Hessens ehemaliger Ministerpräsident Volker Bouffier ließ sich die Premiere nicht entgehen.

20.02 Uhr: Mit etwas Verspätung begeben sich die zahlreichen Gäste nun auf den roten Teppich - alles, was Rang und Namen hat, kommt heute Abend in der Festspielstadt zusammen. Um 21 Uhr startet dann die große Premiere von Parzival! 

19.41 Uhr: Unter Standing Ovations verkündet Hessens Ministerpräsident Boris Rhein: „Die Bad Hersfelder Festspiele sind eröffnet!"

19.24 Uhr: Jetzt spricht der frühere hessische Ministerpräsident Volker Bouffier und würdigt die Bad Hersfelder Festspiele in seiner Festrede als kulturelles Aushängeschild weit über Hessen hinaus. „75 Jahre Bad Hersfelder Festspiele sind eine grandiose Erfolgsgeschichte mit großer Strahlkraft weit über die Landesgrenzen hinaus“, sagt Bouffier. Die Stiftsruine sei „die größte romanische Klosterruine der Welt und eine der schönsten und beeindruckendsten Bühnen Europas“.

Bouffier: „Grandiose Erfolgsgeschichte mit großer Strahlkraft“

In seiner Festrede blickt Volker Bouffier auf die Ursprünge der Bad Hersfelder Festspiele zurück. Dass die Festspiele heute zu den traditionsreichsten Deutschlands zählen, sei keineswegs selbstverständlich gewesen. „Die Festspiele verdanken wir nicht einem staatlichen Gründungsakt oder einer städtischen Entscheidung, sondern dem Mut, der Kraft und dem Durchhaltewillen Hersfelder Bürgerinnen und Bürger“, betont Bouffier. Der Einsatz dieser „echten Bürgerinitiative“ sei eine Leistung, „auf die die Bürgerinnen und Bürger Hersfelds und der ganzen Region zu Recht auch heute noch stolz sein dürfen. Diese Festspiele wurden zu einem der strahlendsten Sterne der Kulturlandschaft Deutschlands gemacht.“

19.04 Uhr: Jetzt ist auch Intendantin Elke Hesse an der Reihe und spricht zu den Gästen: Im Mittelpunkt ihrer Rede standen dabei die besondere Atmosphäre der Stiftsruine, die Verantwortung, eine traditionsreiche Kulturinstitution in die Zukunft zu führen, und die Rolle des Theaters in bewegten Zeiten. Hesse betonte, die Festspiele wollten Tradition bewahren und zugleich neue Wege gehen. Das Schauspiel und die Sprache stünden im Mittelpunkt, gleichzeitig öffne sich das Festival mit neuen Formaten wie dem Bürgerprojekt „HERZfeld Wir26“ noch stärker für die Menschen der Region. Mit Blick auf das Programm sagte sie, Theater müsse nicht die Welt erklären, sondern das Unerklärliche erlebbar machen. Besonders deutlich wurde sie bei ihrem Verständnis von Kunst: „Gefallen ist weder Ziel noch Aufgabe der Kunst. Die vornehmste Aufgabe der Kunst ist es – zu wirken.“ Zum Abschluss dankte Hesse ihrem gesamten Team, den zahlreichen Ehrenamtlichen, der Stadt Bad Hersfeld sowie den vielen Sponsoren und Förderern.

18.55 Uhr: Mit einem eindringlichen Plädoyer für die Kraft des Theaters eröffnet Schauspieler Julian Weigend den künstlerischen Teil des Abends. Er zitiert einen historischen Theatertext und betont: „Das Heil kann nur vom Schauspieler kommen. Denn ihm und keinem anderen gehört das Theater.“ Trotz aller Herausforderungen verliere die Bühne nichts von ihrer Bedeutung, denn „die Leidenschaft, Theater zu schauen, Theater zu spielen, ist ein Elementartrieb des Menschen.“

„Die Sehnsucht nach Verwandlung lebt in jedem Menschen“


In seiner Rezitation hebt Julian Weigend die besondere Wirkung des Theaters auf den Menschen hervor. „In jedem Menschen lebt mehr oder weniger gut bewusst die Sehnsucht nach Verwandlung“, trägt er vor. Theater ermögliche es, Gefühle zu erleben, die im Alltag oft unterdrückt würden. Die Botschaft: Kunst schaffe Raum für Emotionen, Begegnungen und menschliche Erfahrungen, die weit über den Alltag hinausreichen.

18.35 Uhr: Jetzt ist auch Ministerpräsident Boris Rhein auf der Bühne: „Die Bad Hersfelder Festspiele bilden mit dem vielfältigen Programm, den innovativen Inszenierungen und der einzigartigen Kulisse in der Ruine der romanischen Stiftskirche ein unvergessliches Erlebnis. Dort werden Tradition, Innovation und Zukunftsgestaltung auf einzigartige Weise miteinander verknüpft. Die Festspiele besitzen eine Strahlkraft, die weit über die hessische Kulturlandschaft hinausreicht.“ Er führte weiter aus: „In den 75 Jahren der Bad Hersfelder Festspiele sind unzählige Geschichten erzählt worden, die berühren und begeistern. Diese Geschichten leben davon, dass sie immer wieder neu interpretiert und erzählt werden.“ Der neuen Intendantin Elke Hesse, die schon zwischen 2006 und 2009 die künstlerische Leitung der Bad Hersfelder Festspiele innehatte, dankte der Regierungschef für die abermalige Übernahme der Intendanz und sagte: „Elke Hesse setzt mit ihrem Mut für Neues, ihrem Gespür für die Themen der Zeit und mit ihrer ansteckenden Begeisterung wichtige Impulse für die Zukunft der Festspiele. Sie ist eine erfahrene Kulturmanagerin für die renommierten Bad Hersfelder Festspiele – und bewahrt gleichzeitig das, was die seit 75 Jahren ausmacht.“ Den Künstlerinnen und Künstlern sowie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wünschte Rhein eine gute Festspielsaison.

18.22 Uhr: Bad Hersfelds Bürgermeisterin Anke Hofmann hat die 75. Bad Hersfelder Festspiele offiziell eröffnet. In ihrer Ansprache würdigte sie das Jubiläum als Symbol für Mut und kulturellen Aufbruch: „Wir feiern weit mehr als ein Jubiläum. Wir feiern einen Gedanken. Eine Idee. Wir feiern Mut.“ Vor 75 Jahren habe es „keine Garantie für Erfolg“ gegeben – nur Menschen, die an die Kraft der Kultur geglaubt hätten. In ihrer Eröffnungsrede betonte Bürgermeisterin Anke Hofmann die gesellschaftliche Bedeutung des Theaters. „Theater war nie bloßer Luxus. Theater war immer auch eine Antwort – auf Sprachlosigkeit, auf Angst“, sagte sie. Gerade in einer Zeit voller schneller Meinungen brauche es Orte, „an denen Fragen wichtiger sind als schnelle Urteile“. Ihr Fazit: „Ich glaube, Theater ist so ein Ort.“

Bürgermeisterin begrüßt neue Intendantin Elke Hesse


Mit persönlichen Worten richtete sich Bürgermeisterin Anke Hofmann an die neue Intendantin Elke Hesse. „Für dich beginnt eine ganz spannende Saison – deine erste und gleichzeitig deine vierte“, sagte sie mit Blick auf Hesses Rückkehr nach Bad Hersfeld. Hofmann freue sich auf „wunderbare, besondere acht Wochen Theater“. Zum Abschluss ihrer Rede wünschte sie der Jubiläumsspielzeit „Mut, Neugier, Vertrauen und die Bereitschaft, Neues auszuprobieren.“

18.06 Uhr: Die ersten Ehrengäste treffen ein. Nach dem Festumzug durch die Innenstadt strömen zahlreiche Politiker, Prominente und geladene Gäste in die angenehm kühle Stiftsruine. Mit dabei sind unter anderem Hessens Ministerpräsident Boris Rhein, Bad Hersfelds Bürgermeisterin Anke Hofmann sowie die neue Intendantin der Bad Hersfelder Festspiele, Elke Hesse. Auch Volker Bouffier, ehemaliger hessischer Ministerpräsident, lässt sich die Eröffnung nicht ergehen. Michael Schachermaier, Oberspielleiter und stellv. Intendant, ruft alle nacheinander auf und die Ruine füllt sich. Das Ensemble wird angeführt von Thieß Brammer, Hauptdarsteller von Parzival, in die Ruine geleitet.