Lokales FD 03.06.2026

Auftakt zur Entwicklung des Bahnhofsquartiers – Bürgerbeteiligung

Fulda (pn) – Rund 60 Interessierte verfolgten am Montagabend gespannt die öffentliche Auftaktveranstaltung zum integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzept (ISEK) für das Fuldaer Bahnhofsquartier. In der Aula der Alten Universität informierte die Stadt Fulda gemeinsam mit dem interdisziplinären Planungsteam über das bevorstehende Verfahren und die Möglichkeiten der Beteiligung. Die Bürgerinnen und Bürger nutzten die Gelegenheit, Fragen zu stellen, Erfahrungen zu schildern, aber auch Kritik und Anregungen zur Diskussion zu stellen.

Foto: Paula Nöllenheidt.

Roman Bonzel von der Städtebauförderung der Stadt Fulda erläuterte das Projektvorhaben zu Beginn der Veranstaltung: Das Gebiet des Bahnhofsquartiers wurde im Dezember 2025 in das Städtebauförderprogramm „Wachstum und nachhaltige Erneuerung“ aufgenommen, woraufhin nun der Beteiligungsprozess zur Erarbeitung eines Entwicklungskonzepts starte, welches die Grundlage für zukünftige Fördermaßnahmen bilden solle. „Wir haben uns lange um die Aufnahme bemüht, da wir der Meinung sind, dass noch gestaltet werden soll und muss. Für uns alle, für die Stadt, aber auch für die Menschen, die Fulda besuchen oder hier arbeiten“, erklärte Bonzel. Der erfolgreiche Förderantrag ermögliche nun, in den kommenden zehn Jahren gemeinsam mit dem ISEK-Planungsteam aus Stadtplanern und Mobilitätsexperten Projekte zu entwickeln und vom zuständigen Ministerium genehmigen zu lassen. „Dadurch können wir aktiv handeln und die Entwicklung des Quartiers gezielt voranbringen“, so Bonzel.  

Vertreter der beteiligten Planungsbüros aus Berlin und Hamburg erläuterten anschließend den vorgesehenen Arbeitsprozess. Bereits vor der Auftaktveranstaltung habe es gemeinsame Rundgänge durch das Quartier gegeben, bei denen sowohl Verbesserungspotenziale, als auch erhaltenswerte Strukturen identifiziert worden seien.

Oliver Bormann vom Planungsbüro yellow z aus Berlin betonte, dass der Einbezug der Sichtweisen der Bürgerinnen und Bürger ergänzend zur Expertise des Fachbüros essentiell sei, damit das ISEK Ideen bündeln und eine Vision formulieren könne. „Damit sollen wir befähigt werden, zehn bis 15 Jahre in die Zukunft zu gucken und handlungsfähig zu bleiben“, so Bormann. Der Prozess bestehe dabei aus drei Teilen, der Grundlagenermittlung, der Konzeptentwicklung und dem Handlungskonzept. Bormann blickte dabei stichpunktartig auf die Ortsbegehung zurück, sprach Vor- und Nachteile einzelner Orte an und erläuterte deren Potentiale.

In den Fokus gerieten dabei die Themenfelder Öffentlicher Raum und Klimaschutz, Leben im Bahnhofsquartier sowie Mobilität und Verkehr, wonach auch die interaktiven Mitmachstationen gestaltet wurden. Dort konnten die Teilnehmenden im Anschluss an die Vorträge durch Multiple-Choice-Fragen, offene Anmerkungen und Markierungen auf Luftkarten des Gebietes ihre Anliegen äußern. Die einzelnen Themenbereiche erläuterten Florian Ridder vom Grünflächenamt, Reginald Bukel, Vorsitzender des Vereins BID Bahnhofstraße, und Bonzel jeweils detailliert in einem Interviewformat und zeigten dabei jeweils Problematiken, Ideen und Lösungsansätze auf. Im Themenbereich Mobilität und Verkehr erläuterte Martin Randelhoff vom Hamburger Planungsbüro Argus zentrale Herausforderungen und Entwicklungsmöglichkeiten. Dabei standen Fragen einer selbstbestimmten und barrierefreien Fortbewegung ebenso im Fokus wie der Bahnhof als Umsteigeort, Aufenthaltsort und sozialer Treffpunkt. Thematisiert wurden aber auch der ZOB, der ruhende Verkehr sowie der Rad- und Fußverkehr.

Zum Abschluss informierten die Verantwortlichen über weitere Beteiligungsmöglichkeiten, darunter ein informierender E-Mail Newsletter sowie eine geplante Online-Beteiligung, welche möglichst vielen Menschen die Möglichkeit bieten soll, Ideen und Anregungen einzubringen.

Auftakt zur Bürgerbeteiligung im Bahnhofsquartier. Fotos: Paula Nöllenheidt