Mit einem Rückblick eröffnete der Landesvorsitzende Kurt Wiegel aus Lauterbach-Rimlos die Veranstaltung „mitten in Deutschland”. Dabei erinnerte er an die Verdienste von Alfred Dregger, der mit seinem Einsatz für den ICE-Bahnhof die Stadt zu einem zentralen Ort in Deutschland gemacht habe. Der Landesverband Hessen war der zweite deutsche Landesverband der Senioren-Union – gegründet noch vier Jahre vor dem Bundesverband. Die Senioren-Union habe von Anfang an „gelebte christliche Arbeit für die Menschen” geleistet. Schon Wiegel erwähnte den ehemaligen staatlichen Feiertag am 17. Juni und erinnerte daran, dass viele außerhalb der CDU im Gründungsjahr nicht mehr daran geglaubt hätten, dass sich an der Deutschen Teilung noch einmal etwas ändern werde. Er beendete seinen Rückblick mit einem Appell: „Wer heute Politik macht, darf die Generation der Älteren nicht vergessen mitzudenken. Es geht um Respekt. Die CDU war immer stark, wenn sie Generationen zusammengeführt hat. Gemeinsam tragen wir Verantwortung für unser Land.”
Ministerpräsident Boris Rhein hatte es sich nicht nehmen lassen zu kommen, auch nachdem er am Vortag aufgrund eines Trauerfalls im nahsten Familienumfeld, einige Termine nicht wahrgenommen hatte. Fulda nannte er „einen besonderen Ort” für die Veranstaltung: „Fulda ist für die CDU-Hessen das, was wir Hessen für die Bundes-CDU sind: Das Kraftzentrum.” Rhein meinte, Stärke und Stabilität gebe es nur mit der CDU: „Wir sind die letzte verbliebene Volkspartei. Ohne die Senioren-Union ginge das nicht.” Würden nur die Stimmen der Senioren genommen, hätte es bei der letzten Bundestagswahl eine CDU/FDP-Mehrheit gegeben, mit der vieles besser laufen würde. Weiter ging der Ministerpräsident auf den Volksaufstand am 17. Juni 1953 ein: „Es ist der Tag, der uns erinnert, dass Freiheit nicht etwas Selbstverständliches ist. Heute vor 73 Jahren gingen die Menschen auf die Straße. Sie hatten genug von Unterdrückung. Sie hatten genug von Sozialismus und Kommunismus. Sie wollten Freiheit.” Gerade in Fulda erinnere der Blick nur wenige Kilometer Richtung Osten, dass Freiheit aufhören könne. Zum Geburtstag der Senioren-Union bat Rhein die Mitglieder, weiter engagiert, hörbar und unbequem zu bleiben: „Es kommt so sehr auf die Union an wie selten zuvor. Wir sind es immer gewesen, die bei historischen Fragen die richtigen Antworten hatten.”
Der Bundesvorsitzende der Senioren-Union, Hubert Hüppe, betonte das Engagement der Vereinigung „nicht nur für die Älteren, sondern auch für die Jungen”. Die Mitglieder wollten nicht nur „am Rand stehen und Beifall klatschen” sondern die CDU mitprägen. Ältere könnten durch ihre Erfahrung viel mit einbringen – gerade auch in der Extremismusdebatte. Bei der Rente forderte Hüppe: „Wer 45 Jahre gearbeitet hat muss mehr bekommen als die Grundsicherung – und zwar deutlich mehr.” Die SPD habe die Arbeiter „leider an die AfD verloren” – diese müsse die CDU zurück in die politische Mitte bekommen: „Wir müssen die Partei der Fleißigen sein.”
Grußworte sprachen Bürgermeister Dag Wehner, der daran erinnerte, dass gesellschaftliche Verantwortung kein Lebensalter kenne: „Die Erfahrung, die sie mitbringen ist ein großer Schatz für die Gemeinschaft.” Der heimische Bundestagsabgeordnete, Parlamentarischer Staatssekretär Michael Brand, sah in Senioren heute „etwas anderes wie vor 20 oder 30 Jahren”. Viele seien nicht im Ruhestand, sondern im Unruhestand und vielfältig ehrenamtlich engagiert: „Wenn man viel gesehen hat, hält man viel aus und wird nicht von jedem Windstoß umgeworfen. In unserer Zeit sind die Älteren vielleicht das stabilste Band, dass die Gesellschaft zusammenhält.” Der hessische CDU-Generalsekretär Leopold Born sah ein gutes Omen. Kurz nach der Gründung der Senioren-Union in Hessen wurde Deutschland Fußball-Weltmeister – vielleicht auch wieder nach der 40 Jahr Feier. Born dankte für vier Jahrzehnte Verantwortung übernehmen und gelebte Christdemokratie: „Es macht mich persönlich demütig, vor welchem Hintergrund die CDU vor 80 und die Senioren-Union vor 40 Jahren gegründet wurden. Bei den damaligen Problemen wirkt manche Diskussion heute geradezu lächerlich.”
Im würdigen Rahmen der Jubiläumsveranstaltung wurde die Konrad-Adenauer-Medaille der Senioren-Union an Inge Drossard-Gintner und Elisabeth Ball vergeben. Moderiert wurde von Joachim Veyhelmann, der auch ein Jubiläum, seinen Geburtstag, hatte. Ein Grund für häufige Gratulationen, auch vom Rednerpult. Für die musikalische Umrahmung sorgten die „Country Four”. Der Fuldaer Kreisvorsitzende der Senioren-Union, Karl Josef Hahner, gehört mit Freunden der Band seit 60 Jahren an. Hahner lud die Besucher aus ganz Hessen und darüber hinaus ein, nicht gleich nach Hause zu fahren, sondern erst den Hessentag zu genießen.
