Alexander Zverev hat erstmals das Viertelfinale von Wimbledon erreicht. Der Weltranglisten-Dritte setzte sich gegen den gefährlichen Tschechen Ji?í Lehe?ka mit 6:4, 7:5, 6:3 und 7:6 (8:6) durch. Die Partie war am Montagabend aufgrund der Wimbledon-Regel, nach der spätestens um 23 Uhr Ortszeit Schluss ist, beim Stand von 3:3 im dritten Satz unterbrochen worden.
Lehe?ka erwies sich dabei als der erste echte Härtetest für den Deutschen. Der Tscheche spielt aggressiv, schlägt hart auf und kann auf Rasen jederzeit gefährlich werden. Zverev musste schwierige Phasen überstehen, präsentierte sich aber erneut äußerst souverän und behielt in den entscheidenden Momenten die Nerven.
Für den Olympiasieger von 2021 ist der Erfolg ein Meilenstein. Noch nie zuvor war Zverev in Wimbledon bis ins Viertelfinale vorgedrungen. Zudem gelang ihm erstmals beim Rasenklassiker ein Sieg gegen einen Top-20-Spieler.
Jan-Lennard Struff verabschiedete sich dagegen mit einer starken Leistung aus dem Turnier. Der Deutsche musste sich Titelverteidiger und Weltranglisten-Erstem Jannik Sinner mit 5:7, 6:7 (4:7) und 3:6 geschlagen geben, verlangte dem Favoriten aber über weite Strecken alles ab.
Struff war einer der großen Kämpfer dieses Wimbledon-Turniers. In seinen ersten vier Partien musste er dreimal über fünf Sätze gehen, lag mehrfach zurück und kämpfte sich immer wieder eindrucksvoll zurück. Auch gegen Sinner spielte der 36-Jährige mutig nach vorne und hielt die Partie lange offen. In den entscheidenden Momenten zeigte der Italiener jedoch einmal mehr seine außergewöhnliche Klasse und zog verdient ins Halbfinale ein.
Für Struff endet dennoch ein historisches Turnier. Er stand erstmals überhaupt im Viertelfinale eines Grand Slams und wird durch seine starke Wimbledon-Woche wieder in die Top 40 der ATP-Weltrangliste zurückkehren.
Bei den Damen setzte Coco Gauff ihren starken Lauf fort. Die US-Amerikanerin gewann das amerikanische Duell gegen Jessica Pegula mit 6:4, 3:6 und 6:3 und steht damit im Halbfinale. Nach dem frühen Aus von Aryna Sabalenka, Iga Swiatek und Elena Rybakina bestätigte Gauff ihre Rolle als eine der heißesten Titelkandidatinnen.
Ebenfalls das Halbfinale erreichte Karolína Muchová. Die Tschechin setzte sich mit 7:6 (7:4) und 6:4 gegen Naomi Osaka durch. Osaka hatte zuvor mit ihrem Sieg gegen Weltranglistenerste Aryna Sabalenka für eine der größten Überraschungen des Turniers gesorgt und galt nach ihrer starken Rasensaison als Geheimfavoritin.
Muchová knüpfte dagegen nahtlos an ihre hervorragende Form an. Erst wenige Tage zuvor hatte sie bereits das WTA-Turnier in Bad Homburg gewonnen. Besonders bemerkenswert: Das Finale dort bestritten ebenfalls Muchová und Osaka. Damals musste die Japanerin beim Stand von 1:6 und 0:1 verletzungsbedingt aufgeben – auch in Wimbledon behielt die Tschechin die Oberhand und zog verdient ins Halbfinale ein.
