Dabei sah zunächst alles nach einer Machtdemonstration der Weltranglisten-Zwölften aus. Nosková dominierte den ersten Satz nach Belieben, nahm Muchová früh den Aufschlag ab und sicherte sich den Durchgang in nur rund einer halben Stunde mit 6:2. Auch im zweiten Satz schien die Partie bereits entschieden. Beim Stand von 5:2 erspielte sich Nosková mehrere Matchbälle und war nur noch einen Punkt vom Titel entfernt.
Doch plötzlich kippte das Finale komplett. Muchová wehrte zunächst die Matchbälle ab, kämpfte sich zurück und profitierte davon, dass ihrer jungen Landsfrau sichtlich die Nerven versagten. Nosková brachte kaum noch erste Aufschläge ins Feld, leistete sich ungewohnte Fehler und musste den Satzausgleich hinnehmen. Die Zuschauer auf dem Centre Court sorgten mit ihrer Unterstützung für eine stimmungsvolle Atmosphäre, während Nosková sich auf dem Weg zur Bank sogar die Ohren zuhielt, um die immer lauter werdenden Reaktionen auszublenden.
Im entscheidenden dritten Satz zeigte die 21-Jährige jedoch beeindruckende Nervenstärke. Sie fing sich schnell wieder, ging mit 3:0 in Führung und ließ sich diesen Vorsprung diesmal nicht mehr nehmen. Mit ihrem sechsten Matchball machte Nosková schließlich den historischen Triumph perfekt und gewann den dritten Satz mit 6:3.
Für Nosková ist es der erste Grand-Slam-Titel ihrer Karriere und gleichzeitig der mit Abstand größte Erfolg ihrer Laufbahn. Noch zu Beginn des Turniers war ihr bestes Ergebnis bei einem Major das Viertelfinale der Australian Open 2024 gewesen. Nun folgt der ganz große Durchbruch auf dem heiligen Rasen von Wimbledon.
Bereits zuvor war das Herren-Doppel entschieden worden. Der Finne Harri Heliövaara und der Brite Henry Patten verteidigten ihren Wimbledon-Titel mit einem 7:6 (7:4), 7:6 (7:3)-Erfolg gegen Marcelo Arévalo aus El Salvador und Mate Pavi? aus Kroatien. Für das Duo war es bereits der dritte gemeinsame Grand-Slam-Titel.
