Lokales 20.07.2026

Werberg wird lebendig: Erinnerungen an ein verschwundenes Dorf

Kothen – Von Marilena Alt – Alte Erinnerungen, Überreste einer Sprengung und historische Geschichten: Das ehemalige, sonst verborgene Rhöndorf Werberg bei Kothen öffnete am Samstag für einige Stunden seine Tore. Besucher und Besucherinnen konnten hinter den normalerweise geschlossenen Schranken des Truppenübungsplatzes Wildflecken einige Überreste von Werberg erkunden sowie in die Geschichte der damaligen Zeit eintauchen.

Fotos: Marilena Alt

„Da hat mein Elternhaus gestanden, davon siehst du heute aber nichts“, erklärt Richard Haidau, einer der Organisatoren. Dabei zeigt er auf Bäume und Sträucher. Direkt daneben sei ein von seiner Familie betriebener Getränkemarkt gewesen. Schilder zu den ehemaligen Gebäuden und Personen sind rund um das Dorf herum aufgebaut und können durch eine kleine Wanderung erkundet werden. „Wir wollen, dass die Leute sich alles noch einmal vorstellen können. Vor allem die Jüngeren, denn von den Älteren wissen ja einige noch sehr viel von damals“, meint Haidau.

Werberg wurde mit seinen Gebäuden durch die US-Armee gesprengt, heute sind nur noch wenige Überreste zu finden. Darunter die Kapelle, Teile eines Schwimmbads und einige Hausruinen sowie Reste der Burgruine Werberg. Der Truppenübungsplatz wurde im Jahr 1938 fertig errichtet, dabei mussten 264 Bewohner ihre Heimat verlassen.

Vertriebene sammelten sich dann nach dem zweiten Weltkrieg erneut in Werberg an und bauten die landwirtschaftlichen Betriebe wieder auf. „Da habe ich Kühe gehütet in 1962, währenddessen wurde geschossen, die Kühe waren daran gewöhnt und erschreckten sich nicht“, so Haidau.

Die Organisatoren freuten sich erneut über eine schöne Veranstaltung, die die Geschichte lebendig werden ließ. Zur Führung seien rund 70 Leute gekommen, so Haidau. Während der Führung stand die Historie des Rhöndorfes im Mittelpunkt.  Ein Essens- und Getränkestand sorgte für das leibliche Wohl und lud ein, sich über das verschwundene Dorf und alte Zeiten zu unterhalten. In der Werbergerstube findet dann folgend am 26. September ein weiteres Treffen statt. „Es wird super interessant, wir haben unter anderem auch Filme geplant“, sagte Reinhard Sturm, einer der Mitwirkenden.

Werberg öffnet seine Tore. Fotos: Marilena Alt