Lokales FD 07.07.2026

Weinmeister besucht Klinikum – Von Ausbildung bis Digitalisierung

Fulda (st) – Im Rahmen seiner Sommerreise durch die Region Nordosthessen besucht Regierungspräsident Mark Weinmeister unter anderem Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen, in denen er sich über aktuelle Themen, Anliegen und Projekte informiert. Am Dienstag war er zusammen mit Ersten Kreisbeigeordneten Frederik Schmitt und Bürgermeister Dag Wehner im Klinikum Fulda zu Gast und sprach dort mit dem Vorstand und Mitarbeitern aus verschiedenen Abteilungen.

Foto: Stephanie Trapp.

Weinmeister wollte mit dem Besuch im Klinikum einen Maximalversoger kennenlernen – „mit den Herausforderungen und den Perspektiven“, wie er es sagte. Als der Campus eingeweiht wurde, sei er auch schon vor Ort gewesen und habe das Konzept damals schon sehr gut gefunden. Deshalb freute er sich, nun mehr darüber zu erfahren. Als erstes stellte Kathrin Kleine, Leitung des Bildungszentrums, ihr Anliegen in Bezug auf die Fachkräftesicherung vor. „Wir haben ein Bildungszentrum mit 463 zugelassenen Ausbildungsplätzen, davon haben wir circa 330 belegt“, berichtete Kleine. Zudem werden Weiterbildungen angeboten, doch da würden die Kursgebühren nicht ausreichen, um die Kosten zu decken. „Einerseits stellt die Politik die Anforderung an eine bestimmte Fachkräftequote, aber da sollte sie sich auch überlegen, wie sie sich an der Finanzierung beteiligt“, so Kleine. Trotz aller Herausforderungen gebe es in Fulda bereits Ideen für einen weiteren Ausbau des Bildungszentrums.

Prof. Dr. med. Robert Schier, Direktor der Klinik für Anästhesiologie, Intensiv- und Notfallmedizin, stellte die medizinische Versorgung vor. Er machte deutlich, dass es eine sinnvolle Krankenhausplanung brauche, besonders bei den Notfallkrankenhäusern. Ihm sei es wichtig, dass nicht nur die Maximalversorger, sondern auch die kleinen Krankenhäuser finanziert werden, damit sie das Personal halten und medizinische Qualität abbilden können. Auch auf die konkrete Notfallversorgung ging er ein. „Wir haben schon gute Erfahrung gemacht mit dem Thema Digitalisierung, was die Patientensteuerung angeht“, berichtete Schier. Sie hätten ein System etabliert, bei dem die Patienten ihre Symptome eingeben könnten, um zu erfahren, ob die Notaufnahme die richtige Anlaufstelle sei. „70 Prozent, der Patienten, die in die Notaufnahme kommen, werden ambulant behandelt“, erklärte Privatdozent Dr. med. Thomas Menzel, Vorstand des Klinikums.

Auch ein wichtiges Thema war die Digitalisierung, welche Tobias Grosch aus der IT-Abteilung näher beleuchtete. Vor der Coronazeit sei bereits ein System ausgeschrieben worden, mit dem die komplette Anästhesie und die Intensivstation in der Folge auf papierlose Dokumentation umgestellt wurden. „Es gibt bis heute keine digitale Schnittstelle zwischen dem System und der normalen Patientenversorgung, was die Medikation angeht“, erklärte Grosch. Wenn ein Patient nach einer Operation nochmal auf die Wachstation käme, müsse der Arzt die Medikation komplett neu eingeben. Das gleiche gelte auch, wenn ein Patient von der Wachstation auf die Normalstation verlegt werde. Es sei ein Ressourcenthema, welches von den Herstellern behoben werden müsse.

Als letztes wurde das Thema Campus Fulda von Prof. Dr. med. Achim Hellinger, Direktor der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, angesprochen. Er blickte auf die Entwicklung zurück. Zunächst hatte es in Fulda sogenannte Teilstudienplätze gegeben, vor ein paar Jahren waren diese in Vollstudienplätze umgewandelt worden. Den angehenden Medizinern ist es nun möglich, ihr Studium ab dem fünften Semester in Fulda fortzusetzen. Auch hier wurde der Wunsch nach einer besseren Finanzierung geäußert. „Wir wollen, dass unsere Patienten von unseren Besten behandelt werden und diese Besten die Ausbildung an junge Leute weitergeben“, erklärte Hellinger.

Zum Abschluss bekam Weinmeister unter anderem noch das erst vor Kurzem eröffnete neue Herzkatheterlabor des Klinikums gezeigt.

Regierungspräsident zu Besuch im Klinikum. Fotos: Stephanie Trapp.