Das nur einmal im Jahr stattfindende Natur- und Geschichtserlebnis zog am vergangenen Wochenende fast 5000 Wanderbegeisterte in die Rhön, wie Streckenverantwortlicher Stabsfeldwebel Streisel bestätigte. Am 25. und 26. Juli öffnete die Bundeswehr die sonst streng gesperrten Tore des Truppenübungsplatzes Wildflecken für die traditionellen Wandertage. Jeweils von 6 bis 12 Uhr starteten die Teilnehmer am Haus des Gastes in Oberbach, um die einzigartige Landschaft zu erkunden, bevor sie dorthin wieder zurückkehrten. Die Oberbacher Vereine sorgten gemeinsam für ein reichhaltiges kulinarisches Angebot.
Die drei Strecken – von familienfreundlich bis anspruchsvoll – führten die Wanderer durch das landschaftlich reizvolle, weitgehend unberührte Tal der Kleinen Sinn und hinauf auf den Steinküppel. Neben dem Naturerlebnis stand auch die Geschichte der Region im Fokus: Die Wege führten vorbei an den ehemaligen Ortschaften Altglashütten, Dörrenberg und Neuglashütten, deren Bewohner einst wegen des Truppenübungsplatzes umgesiedelt wurden. Infotafeln sowie ehemalige Bewohner machten die Regionalgeschichte entlang der Strecke greifbar.
Großes Interesse herrschte auch an den beiden Rastplätzen auf dem Gelände, an denen den Besuchern ein abwechslungsreiches Programm geboten wurde. Neben Informationsständen der Bundeswehr und der Bundesforstverwaltung, die Einblicke in ihre Arbeit und den Naturschutz auf dem Areal gaben, zog eine Ausstellung historischer Militärfahrzeuge von privaten Sammlern die Blicke auf sich. Mit viel Liebe zum Detail wurden dort geschichtsträchtige Fahrzeuge präsentiert.
Einer der Aussteller ist Matthias Hauer aus Gersfeld, der den logistischen Kraftakt gerne auf sich nimmt: „Wir betreiben hier schon einen erheblichen Aufwand und sind bereits seit Donnerstag vor Ort, um die Fahrzeuge passend zu präsentieren. Für uns ist diese Ausstellung eine Herzensangelegenheit. Es ist unglaublich wichtig, an die bewegte Geschichte des US-Militärs hier in Wildflecken zu erinnern. Viele Menschen – besonders die jüngere Generation – wissen heute gar nicht mehr, wie prägend die amerikanische Präsenz für die gesamte Region über Jahrzehnte hinweg war. Hier können wir diese Geschichte wieder greifbar machen.“
Aufgrund der militärischen Nutzung des Geländes galten strenge Sicherheitsauflagen. Das Verlassen der markierten Wanderwege war wegen möglicher Gefahren durch Munitionsreste strikt untersagt. Während Hunde an der Leine willkommen waren, blieben Fahrräder und Mountainbikes auf den sensiblen Wegen verboten. Dank des disziplinierten Verhaltens der Besucher und der hervorragenden Organisation durch die Bundeswehr sowie die beteiligten Gemeinden blicken die Veranstalter auf ein rundum gelungenes und unfallfreies Wanderwochenende zurück.
Standortkommandant Oberstleutnant Pascal Dluhosch zeigte sich hochzufrieden: „Wir sind absolut überwältigt von der großartigen Resonanz und der friedlichen Stimmung an beiden Tagen. Es ist für uns jedes Mal eine Freude zu sehen, wie groß das Interesse der Bevölkerung an der Bundeswehr, dieser einzigartigen Naturlandschaft und ihrer gemeinsamen Geschichte ist. Ein ganz großes Lob gilt den Wanderinnen und Wanderern: Alle haben sich vorbildlich verhalten und die strengen Sicherheitsvorgaben diszipliniert eingehalten. Dank der hervorragenden Zusammenarbeit zwischen unseren zivilen Partnern, den Gemeinden, den Oberbacher Vereinen sowie meinen Soldatinnen und Soldaten war dieses Wochenende ein voller Erfolg.“
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