Besondere Vorsicht sei beim Jakobskreuzkraut geboten. Die Pflanze ist vor allem für Weidetiere wie Rinder und Pferde giftig. Erkennen lässt sie sich laut Birmann-Dähne an ihren grob zerteilten, leicht gräulich wirkenden Blättern sowie an den gelben Blüten mit zwölf bis 15 strahlenförmig abstehenden Blütenblättern.
Häufig werde das Jakobskreuzkraut mit dem Echten Johanniskraut verwechselt, das zur gleichen Zeit blüht. Dieses besitzt jedoch nur fünf gelbe Blütenblätter sowie kleine, glatte Blätter. Hält man diese gegen das Licht, sind feine durchscheinende Punkte – die Öldrüsen – zu erkennen. Charakteristisch sind außerdem die aufrecht stehenden Staubgefäße. Werden die Blütenknospen zwischen den Fingern zerrieben, färbt sich der Pflanzensaft rötlich.
Ebenfalls gelb blüht derzeit der Rainfarn. Im Gegensatz zu den beiden anderen Pflanzen besitzt er jedoch knopfartige Blütenköpfe ohne strahlenförmig abstehende Blütenblätter. Zerreibt man seine Blätter, verströmen sie einen aromatischen Duft.
Mit ihrem Hinweis möchte die Apothekerin dazu beitragen, die häufig gemeinsam vorkommenden Pflanzen besser unterscheiden zu können und insbesondere auf das giftige Jakobskreuzkraut aufmerksam machen.
