Eberhard Lachers Skulpturen entstehen aus dem unmittelbaren Dialog mit dem Material. Ausgangspunkt ist meist ein Brett oder ein massiver Holzblock, den er mit der Bandsäge aufschneidet. Durch diesen Eingriff legt er das innere Gefüge des Holzes frei – Schichtungen, Spannungen, Verdichtungen. Die Spuren des Arbeitsprozesses bleiben bewusst sichtbar und prägen die endgültige Oberfläche ebenso wie die Struktur des Materials selbst. Aus den gesägten Segmenten entwickelt er räumliche Konstellationen: Skulpturen, Objekte, fragile Gebilde. Die Arbeiten bleiben überwiegend abstrakt, oft fragmentarisch, manchmal bewusst vergänglich. „Mich interessiert der Moment, in dem sich aus einem geschlossenen Körper ein offener Raum artikuliert – ein Raum, der sich zeigt, weil er zuvor verborgen war“, beschreibt der Künstler seinen Ansatz.
Lacher, Jahrgang 1949, hat einen Werdegang, in dem Handwerk und Gestaltung von Anfang an ineinandergreifen: Nach einer Ausbildung zum Modelltischler in einer Frankfurter Maschinenfabrik studierte er von 1973 bis 1977 Industrie Design an der Hochschule für Gestaltung Offenbach. Dort war er Mitglied der Des-In-Gruppe (1974–1980), die sich ganz dem Recycling-Design widmete – lange bevor Nachhaltigkeit zum Schlagwort wurde. Das bekannteste Produkt der Gruppe, das aus alten Autoreifen gefertigte Reifensofa, steht heute im Neuen Museum für Kunst und Design in Nürnberg. Seine Arbeiten waren unter anderem im Internationalen Design-Zentrum Berlin und im Centre Pompidou in Paris zu sehen, zuletzt auch in der Stadtgalerie Neu-Isenburg mit der Ausstellung „Aus der Natur – Vom Wesen der Dinge“.
Von 1990 bis 2020 führte Lacher eine eigene Schreinerei in Offenbach-Rumpenheim, in der er 26 junge Menschen ausbildete und in der Handwerk und Kunst stets Hand in Hand gingen. Seit 2019 lebt und arbeitet er in Grebenhain im Vogelsberg, wo er auf einem umgebauten Bauernhof Werkstatt und Atelier eingerichtet hat und unter dem Namen Lacher-Werk+Kunst freiberuflich als Designer und Künstler tätig ist. Er ist Mitglied im Bund Offenbacher Künstler (BOK) und im BBK Osthessen.
Die Ausstellung wird am Samstag mit der Vernissage eröffnet. Wie immer garantiert das Event nicht nur tolle Kunst sondern auch nette Gesellschaft und angenehmes Beisammensein. Mehr Infos gibt es unter www.kulasch.de sowie auf Instagram und Facebook. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.
