Handball 27.07.2026

Testspiel – Flieden sammelt wertvolle Erfahrungen gegen Zweitligisten

Flieden (sim) – Das Ergebnis geriet schnell zur Nebensache. Viel wichtiger war für den TV Flieden die Erfahrung, sich mit einem Handball-Zweitligisten messen zu dürfen. Vor 350 Zuschauern unterlag der Oberliga-Aufsteiger dem TV Hüttenberg zwar deutlich mit 7:57 (2:29), dennoch überwog nach der Partie die Freude über einen besonderen Handball-Nachmittag.

Foto: Christine Görlich.

„Von vornherein war klar, dass es schwer wird. Man muss aber auch sagen, dass Hüttenberg richtig Gas gegeben hat“, sagte der Sportliche Leiter des TV Flieden, Thorsten Seng. Bereits vor der Partie habe der Gegner angekündigt, den Test ernst zu nehmen – und genau das sei über die gesamten 60 Minuten zu sehen gewesen. „Die haben keine Sekunde locker gelassen. So kommt dann auch so ein Ergebnis zustande.“

Trotz der deutlichen Niederlage stand für die Fliedener vor allem das Erlebnis im Vordergrund. „Für viele war das ein einmaliges Erlebnis. Den Jungs hat es richtig Spaß gemacht“, betonte Seng. Gleichzeitig habe das Spiel gezeigt, auf welchem Niveau sich ein Zweitligist bewegt. „Der allgemeine Tenor war, dass das ein sehr hartes Spiel ist. Du hast kaum Zeit, musst deine Entscheidungen sofort treffen und der Abschluss muss direkt kommen.“

Erschwert wurde die Aufgabe zusätzlich durch den Einsatz von Haftmittel. Während Hüttenberg den Umgang mit Harz aus dem Ligaalltag kennt, ist dies für die Fliedener ungewohnt. „Das hat man ganz klar gesehen. Unsere Jungs sind es nicht gewohnt, mit Harz zu spielen. Wenn du das nicht regelmäßig machst, ist das einfach ein anderes Spiel.“

Auch körperlich sei der Unterschied deutlich geworden. Weniger bei der Körpergröße, vielmehr bei der Physis. „Von der Größe war das gar kein so großer Unterschied. Aber von der Masse, die Hüttenberg auf die Platte gebracht hat, schon.“

Mit der Resonanz auf das Spiel zeigte sich Seng insgesamt zufrieden. Rund 350 Zuschauer verfolgten die Partie in Flieden. „Es hätten vielleicht ein paar mehr sein dürfen, aber insgesamt war das absolut in Ordnung.“ Vor allem die Atmosphäre habe gestimmt. „Es war Werbung für den Handball. Die Stimmung war sehr gut.“

Lob fand Seng zudem für den Zweitligisten auch abseits des Spielfeldes. Nach dem Spiel saßen beide Mannschaften noch gemeinsam zusammen. „Die Hüttenberger waren sehr geschmeidig und pflegeleicht. Sie waren total gesprächsbereit.“ Genau dieser Austausch habe den besonderen Charakter der Begegnung noch einmal unterstrichen.

Unter den Zuschauern befand sich mit Horst Spengler zudem ein prominenter Gast. Der Handball-Weltmeister von 1978 ließ sich das Gastspiel des Zweitligisten in Flieden ebenfalls nicht entgehen. Für den TV Flieden überwiegt trotz der deutlichen Niederlage deshalb vor allem eines: die Erkenntnis, wie hoch das Niveau im Profihandball ist – und die Erinnerung an einen besonderen Tag. „Es war auf jeden Fall ein Erlebnis“, fasste Seng zusammen.