Die Barockstadt erwischte den besseren Start und ging durch einen von Sebastian Schmitt verwandelten Foulelfmeter früh in Führung (14.). Flieden zeigte sich davon jedoch unbeeindruckt und glich nur drei Minuten später durch Louis Larbig aus. Die Buchonen präsentierten sich mutig, verteidigten diszipliniert und setzten immer wieder Nadelstiche. Kurz vor der Pause brachte Moritz Reinhard die Gäste erneut in Front (40.).
Nach dem Seitenwechsel erhöhte die SG Barockstadt den Druck. Vor allem der eingewechselte Quincy Hoeve rückte in den Mittelpunkt. Der vereinslose Mittelstürmer, der zuletzt für die zweite Mannschaft von Sparta Rotterdam spielte und aktuell bei der Barockstadt vorspielt, traf in der 50., 65. und 89. Minute. Dazwischen schraubten Roko Ivankovic (82.) und Milan Habermehl (83.) das Ergebnis weiter in die Höhe.
„Erstmal war es gut, dass wir gut durchgekommen sind. Wir haben die Jungs alle so belastet, wie wir sie belasten wollten“, sagte Barockstadt-Trainer Daniyel Cimen nach der Partie. Mit der ersten Halbzeit zeigte er sich trotz des Gegentreffers zufrieden: „Wir hatten Kontrolle und haben einmal gepennt, das war aber auch gut gemacht. Wir haben es in der einen oder anderen Situation verpasst, den Treffer zu machen. Das war das einzige Manko.“
Auch der zweite Durchgang gefiel dem Coach: „Gegen einen gut stehenden Gegner haben wir es geschafft, uns durchzuspielen. Am Ende haben wir gegen einen guten Verbandsligisten die Woche positiv beendet.“
Ein besonderes Lob hatte Cimen für Dreifachtorschütze Hoeve übrig: „Quincy war gestern noch etwas unglücklich. Heute ist er in die Szenen gekommen wo wir ihn rein haben wollten und konnte sie nutzen. Er macht die Treffer mit Übersicht und hat seine Abschlussqualitäten gezeigt.“ Zudem verriet Cimen, dass der Angreifer seine Bereitschaft signalisiert habe, in der kommenden Saison für die SG Barockstadt aufzulaufen. „Die Entscheidung liegt jetzt auf unserer Seite“, sagte der Trainer.
Auch zur Personalsituation äußerte sich Cimen. Bei Torwart Maximilian Weisbäcker habe sich herausgestellt, dass sich ein Knochenödem im Ellenbogen gebildet habe. „Das ist eine sehr fiese Verletzung mit wenigen Behandlungsmöglichkeiten. Wir müssen schauen, dass wir ihn langsam wieder heranführen.“ Mit einer Ausfallzeit von zwei bis fünf Wochen rechnet der Coach. „Es wäre wünschenswert, wenn er es bis zum Saisonstart schafft.“
Wer Weisbäcker im Tor ersetzen wird, sollte der Stammkeeper nicht rechtzeitig fit werden, ließ Cimen noch offen. „Wir wissen, was wir an Dimi (Dimitrios Diamantidis) haben. Er muss sich aber auch noch weiterentwickeln. Gleichzeitig hat Jannik Horz gezeigt, dass er in dieser Liga spielen kann. Wir haben ihn nicht umsonst geholt. Wer am Ende im Tor steht, schauen wir dann.“ Positiv hob Cimen zudem die Standards hervor: „Man sieht aktuell auch bei der WM, wie wichtig Standards sind. Letztes Jahr waren wir dafür nicht bekannt. Jedes Standardtor tut gut.“
Auch Fliedens Trainer Christian Kreß zog trotz der deutlichen Niederlage ein positives Fazit. „Es wäre schlimm gewesen, wenn sie nicht stärker wären – sie spielen schließlich zwei Ligen höher“, sagte der Buchonia-Coach. Vor allem mit dem ersten Durchgang war er zufrieden: „Wir haben die erste Halbzeit richtig gut gespielt, den Ball gut laufen lassen und auch gut verteidigt. Ich bin mit dem Test zufrieden.“
Dass das Ergebnis am Ende deutlich ausfiel, führte Kreß unter anderem auf die vielen Wechsel zurück. „Hinten raus haben wir viel Erfahrung vom Platz genommen. Gegen so eine Mannschaft kannst du auch nicht alles verteidigen.“
Geärgert habe ihn allerdings, dass drei Gegentore nach Eckbällen fielen. „Die hätten wir besser verteidigen müssen. Das Ergebnis ist zweitrangig – wir haben viele Dinge gesehen.“ Personell gab es auch bei den Gastgebern Neuigkeiten. Bernges musste mit einem leichten Ziehen in den Adduktoren vorsichtshalber vom Feld.
Flieden: Fritz; Fabrizius, Bernges, Chahibi, Hilgenberg, Sippel, Kullmann, Louis Larbig, Alles, Müller, Jasching (Müller, Schöppner, Best, Samuel Schäfer, Barth, Muth, Simeon Schäfer, Samuel Larbig, Hauf, Zinkand)
Barockstadt: Diamantidis; Iljazi, Furkert, Erb, Stadler, Reinhard, Göbel, Hahn, Schmitt, Miftari, Klein (Horz, Habermehl, Pomnitz, Sarpei, Hoeve, Dittmann, Gün, Hillmann, Frey, Kraft, Ivankovic)
Tore: 0:1 Sebastian Schmitt (14., Foulelfmeter), 1:1 Louis Larbig (17.), 1:2 Moritz Reinhard (40.), 1:3 Quincy Hoeve (50.), 1:4 Quincy Hoeve (65.), 1:5 Roko Ivankovic (82.), 1:6 Milan Habermehl (82.), 1:7 Quincy Hoeve (89.)
Zuschauer: 450.
