„Für uns ist es sehr traurig“, blickt Zell im Gespräch mit Osthessen-Zeitung auf den anstehenden Schritt. Seit 42 Jahren sei er schon bei Tegut, habe dort auch schon seine Ausbildung zum Kaufmann absolviert. Vor 35 Jahren habe er dann die Leitung des Markts in Flieden übernommen und er führt ihn bis heute. Kinder, die in den Anfangsjahren dort ihre ersten Einkäufe alleine machten, haben heute vielleicht schon selbst Nachwuchs, mit dem sie dort einkaufen gehen können. Zell finde es schade für die zahlreichen Kunden, dass der Markt nun schließt: „Die Kunden sind das Wichtigste für uns, das ist doch der Grund, warum wir das überhaupt machen.“ Wie für die Menschen, die regelmäßig im Fliedener Tegut einkaufen, stehen auch für den Marktleiter und das Team Veränderungen an. „Die Mitarbeiter haben einen Job gefunden und ich auch“, erzählt Zell.
Bezüglich der Gründe für die Schließung berichtet Zell, dass es nichts mit fehlender Kundschaft zu tun habe. Es sei vielmehr die Situation in Flieden. „Die Lage vor Ort ist ungünstig“, sagte Zell. Denn neben dem Tegut gibt es in Flieden auch einen Rewe und einen Netto – letzterer ist eine Edeka-Tochter. Rewe und Edeka sind aber auch die Unternehmen, die einen Großteil der Tegut-Märkte übernehmen wollen. „Keiner hat Interesse einen zweiten Markt zu öffnen“, sagt Zell. Was mit dem Geschäft, das eine Größe von circa 850 Quadratmetern hat, nun passiere, sei noch offen.
Die Genossenschaft Migros Zürich hatte das Fulda Handelsunternehmen tegut 2013 übernommen. Im März dieses Jahres gab die Migros dann bekannt, sich aus dem deutschen Markt zurückzuziehen und sich wieder voll auf den Schweizer Markt zu konzentrieren. Edeka will mit 202 Filialen, 41 teo-Märkten, der Herzberger Bäckerei, dem Logistikzentrum Michelsrombach, der Verwaltungszentrale in Fulda und zwei weiteren Gewerbeimmobilien den Großteil der Gruppe übernehmen. Rewe möchte bis zu 40 Tegut-Märkte übernehmen. In beiden Fällen läuft aktuell jedoch noch die Prüfung des Bundeskartellamts, das dem Verkauf zustimmen muss. Bereits freigegeben ist hingegen die Übernahme von 36 Tegut-Filialen durch Tante Enso.
