„Die Gruppe um Graf von Stauffenberg und all jene, die den Anstand, die Kraft und die Überzeugung zum Widerstand gegen das nationalsozialistische Regime hatten, sind uns bis heute ein Vorbild und werden es bleiben“, sagte Sven Fey, Kreisvorsitzender und Stabsunteroffizier der Reserve. Auch in den ersten Nachkriegsjahren sei der militärische Widerstand gegen Adolf Hitler keineswegs unumstritten gewesen. Erst in den 1960er Jahren hätten Männer und Frauen die Anerkennung erhalten, die sie verdient hätten, erklärte Fey.
Viele Menschen seien zunächst an den Verbrechen des Nationalsozialismus beteiligt gewesen, hätten jedoch die Unrechtmäßigkeit des Systems erkannt und daraus Konsequenzen gezogen. „Ein Weg in den Widerstand und die Bereitschaft, das eigene Leben für die Beendigung von Unrecht und Gewalt zu lassen“, betonte Fey. Der militärische Widerstand sei für das Traditionsverständnis der Bundeswehr eine tragende Säule. Das eigene Denken sei dabei stets eine herausragend wichtige Pflicht. „Es ist das Versprechen, dass das Opfer der Widerstandskämpfer nicht vergebens war“, sagte Fey. Die Gesellschaft müsse daraus lernen, in der Gegenwart achtsam und wehrhaft zu sein.
„Der 20. Juli ist weit mehr als nur ein historischer Gedenktag, er ist eine Mahnung an jede Generation, dass Freiheit und Demokratie niemals selbstverständlich sind“, betonte Bürgermeister Dag Wehner. Die Friedensordnung werde aktuell durch die russischen Angriffe auf die Ukraine infrage gestellt, was stündlich vor Augen führe, wie zerbrechlich Frieden in der Welt sei.
„Demokratie lebt nicht allein von einer guten Verfassung oder von starken Institutionen, sie lebt von Bürgerinnen und Bürgern“, sagte Wehner. Der 20. Juli erinnere daran, dass Gleichgültigkeit niemals eine Option sei. Freiheit schwinde dort, wo Menschen wegsehen und glauben würden, Demokratie halte sich von selbst.
„Vorbilder sollen inspirieren, anspornen und motivieren. Sie sollen uns als Beispiel dienen und uns helfen, unsere Talente und Fähigkeiten zu entdecken“, sagte Sebastian Leitsch, Diplom-Staatswissenschaftler und ehemaliger Jugendoffizier der Bundeswehr. Es sei schwierig, in der heutigen Zeit Vorbilder zu finden, da man durch die Öffentlichkeit viel über Menschen wisse und niemand perfekt sei. Die Menschen im Widerstand hätten jedoch alle ein gemeinsames Ziel verfolgt: das Hitler-Regime zu beenden. Sie seien bereit gewesen zu handeln. „Daran ist aus meiner Perspektive viel Vorbildliches“, betonte Leitsch.
Ebenfalls vor Ort waren der CDU-Landtagsabgeordnete Thomas Hering, Diakon Dr. Dr. Kai Witzel sowie weitere Vertreter aus Politik und Gesellschaft, um gemeinsam an den Tag des Widerstands zu erinnern. Zum Abschluss wurde gemeinsam gebetet und die Nationalhymne gesungen.
