Die Stühle, Sitzsäcke und Hängematten waren alle besetzt, einige Leute standen, andere nahmen auf dem Boden Platz oder hatten sich ihren eigenen Capingstuhl mitgebracht. Edi Leib vom Stadtmarketing, die die Gäste in Vertretung für Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld begrüßte, stellte die Frage in den Raum, ob die Menschen wegen der guten Bücher oder wegen des Schauspielers gekommen seien. „Gerade erst ist der Hessentag vorbei, aber Fulda kann nicht nur große Events“, sagte Leib: „In den letzten Tagen hat sich der Borgiasplatz in ein Lesezimmer verwandelt.“ Seit Donnerstag und noch bis Sonntag laden dort Sitzgelegenheiten und große Bücherregale zum Verweilen und Schmökern ein. Besonders begrüßte Leib CDU-Fraktionsvorsitzende Patricia Fehrmann und Richard Hartwig als Vertreter der Sparkasse Fulda.
Bergmann gab, bevor er am Lesetisch Platz nahm, einen kleinen Einblick, was die Besucher erwartete. Zu dem Buch „Monster“ von Nele Neuhaus, das in der zweiten Runde dran kam, habe er eine besondere Verbindung. Das liegt daran, dass er seit über zehn Jahren in den auf Neuhaus’ Romanen basierenden Taunuskrimis im ZDF den Kommissar Oliver von Bodenstein verkörpert. Zunächt las er ab aus dem Buch „Das glückliche Leben“ des französischen Autors David Foenkinos, den er selbst auch schon kennenlernen durfte. „Das glückliche Leben wünschen wir uns alle“, sagte Bergmann, dafür brauche es manchmal mutige Entscheidungen, etwas zu verändern. Foenkinos habe ihm bei ihrem Treffen erzählt, dass er mit 16 eine Nahtoderfahrung gehabt habe und ihm beim Schreiben von „Das glückliche Leben“ klar geworden sei, dass das Thema sich auf unterschiedliche Weise durch all seine Bücher ziehe. Dann begann Bergmann aus dem Roman zu lesen. Darin sind zwei Personen die Hauptprotagonisten, die sich lange nicht gesehen haben und dann wieder in Kontakt kommen. Es geht um ein koreanisches Ritual, bei dem das Erleben der eigenen nachgestellten Beerdigung den Blick aufs Leben verändern soll, und um Neuanfänge. Nach einer Pause, in der die Besucher sich zum Beispiel mit Getränken versorgen konnten, ging es dann mit „Monster“ weiter.
