Marita Weisz als Vorsitzende des Rhönklub-Zweigvereins Hünfeld ging inmitten der Feierlichkeiten auf die lange Historie der Rhönklubs ein – die Hünfelder waren damals eines der Gründungsmitglieder. „Es gab keinen Ertrag, die Rhön war ein Armenhaus. Der Fremdenverkehr entlang der Via Regia sollte angekurbelt werden, und dann sind einige Gasthäuser entstanden“, berichtete sie. Auch Wanderwege wurden mit der Zeit erschlossen, sodass die Rhön als Mittelgebirge ein Anziehungspunkt wurde.
Bis heute haben sich rund 20.000 Mitglieder dem Rhönklub angeschlossen, rund 400 davon alleine in Hünfeld. „Damit sind wir sehr gut aufgestellt, aber wir müssen auch nach vorne schauen“, betonte Weisz: Der Zweigverein soll auch in Zukunft gut aufgestellt bleiben, mit 18 Vorstandsmitgliedern ist damit schon ein Anfang gemacht. „Wir verjüngen uns etwas und haben Fachleute hier im Verein“, so die Vorsitzende. Adrian Zentgraf beispielsweise sei für den Bereich Natur zuständig und habe auch in diese Richtung studiert. Auch ihre Wanderwarte lobte Weisz: „Sie laufen immer die Strecken ab, und zwar auch kurzfristig, damit nichts Unverhofftes passiert“. Dazu gebe es in Hünfeld einen Seniorenkreis und eine Nordic Walking-Truppe, die unter der Leitung von Dieter Scherrer jeden Donnerstag in der Praforst unterwegs ist.
Doch natürlich durfte auch erstmal der Moment genossen werden: Zahlreiche Mitglieder und Freunde des Rhönklubs waren beim Sommerfest zugegen – das Wetter passte auch noch zum Titel. Landtagsabgeordneter Thomas Hering fasste sich kurz und brachte die Bedeutung des Rhönklubs aus seiner Sicht auf den Punkt: „Mein Vater war früher Eisverkäufer und hat in der Rhön die Gaststätten beliefert. Manchmal durfte ich mitfahren – und wenn man sieht, wie die Menschen dort leben und die Traditionen erhalten, ist der erste Schritt gemacht“. Der zweite Schritt sei: „Sie bringen die Rhön zu uns und geben der Rhön ein Gesicht. Die Rhön strahlt weit über unsere Region hinaus, das weiß ich aus Wiesbaden zu berichten“. Hering dankte für das ehrenamtliche Engagement – und dem schloss sich danach auch Andrea Abel an: Die Hünfelderin überbrachte die Grüße von Landrat Bernd Woide sowie dem Fuldaer Kreisausschuss und gratulierte zum „Meilenstein“ 150 Jahre: „Dieses Jubiläum zeigt die tiefe Verwurzelung und echte Gemeinschaft.“ Der Verein lebe von den Menschen, die aktiv sind. „Wir sehen überall in unserer Heimat, was der Verein leistet“. Sie dankte Weisz und dem gesamten Team: „Ihr sorgt dafür, dass Heimat erlebbar gemacht wird und Gemeinschaft lebendig bleibt“.
Mit Köstlichkeiten wie Hähnchen vom Hähnchen vom Holzkohlegrill, Bratwürstchen, Pommes, Klopse mit Pfeffersauce, gefüllte Schnitzeltaschen oder Gemüsepfanne sowie Kaffee und Kuchen blieb auch kulinarisch kein Wunsch offen. Dazu unterhielten die Rückerser Dorfmusikanten nach dem Frühschoppen das Publikum.
