Den Anfang macht am Donnerstag, 6. August, um 19 Uhr der Vortrag „Die Geschichte des Metalls – Eisen veränderte die Welt“. Dabei geht es um die Entwicklung des Werkstoffs Eisen und dessen Einfluss auf die Menschheitsgeschichte. Von den Anfängen der Metallverarbeitung bis hin zur modernen Bildhauerei wird gezeigt, wie Eisen technische Innovationen, gesellschaftliche Entwicklungen und schließlich auch die Kunst geprägt hat.
Am Donnerstag, 24. September, folgt ebenfalls um 19 Uhr der Vortrag „Vom Handwerk zur Kunst – Der Erfolg der Einzigartigkeit – Arbeiten von Ulrich Barnickel“. Im Mittelpunkt steht der künstlerische Werdegang Barnickels, der nach seinem Abitur zunächst eine Ausbildung zum Schmied absolvierte und anschließend Metallbildhauerei an der renommierten Burg Giebichenstein in Halle studierte.
Heute zählen seine monumentalen Stahlplastiken zu den bedeutenden Werken zeitgenössischer Metallkunst. Internationale Bekanntheit erlangte Barnickel unter anderem mit dem Kunstwerk „Weg der Hoffnung“ am Point Alpha, das sich mit den Themen deutsche Teilung, Freiheit und Versöhnung auseinandersetzt. Insgesamt sind 171 Großplastiken des Künstlers in zahlreichen Ländern im öffentlichen Raum sowie in Museen und Sammlungen zu sehen.
Ausstellung für 2027 geplant
Die beiden Vorträge geben zugleich einen Ausblick auf die für 2027 geplante Ausstellung „Das Morgen ist schon heute! – Ein Blick mit Hoffnung zurück und nach vorn“ von Fotograf Koni Merz und Dr. Ulrich Barnickel.
Die Ausstellung beschäftigt sich mit dem kreativen Umfeld rund um Barnickels Studio, dem sogenannten „Lochkartenwerk“, und verbindet die Kunst des Metallbildhauers mit den Arbeiten des Computerpioniers Konrad Zuse. Zuse, der Erfinder des Computers, ließ in dem Gebäude einst Lochkarten und Lochstreifen für seine Rechner herstellen – daher der Name „Lochkartenwerk“.
Barnickel erwarb das Gebäude 1988 und schnitt später einige Buchstaben aus der von Efeu bewachsenen Hauswand heraus. Erst mit der Zeit wurde der Schriftzug „artenwerk“ sichtbar – eine besondere Fügung, wie die Ausstellungsmacher betonen.
Gezeigt werden unter anderem originale Kunstwerke von Zuse und Barnickel, ergänzt durch Videokunst, Porträts und Aufnahmen von Koni Merz, der Barnickels Arbeit seit mehr als 35 Jahren begleitet. Gemeinsam veröffentlichten beide Künstler bereits einen Bildband zur Entstehung des „Weg der Hoffnung“.
Thematisch setzt sich die Ausstellung mit aktuellen und historischen Fragen auseinander: von Politik und Krieg über Frieden und Apokalypse bis hin zu Hoffnung, Menschlichkeit und gesellschaftlichem Wandel. Dabei versteht sie sich nicht nur als Kunstausstellung, sondern auch als Einladung zur Auseinandersetzung mit deutscher Geschichte und Gegenwart. Besonders jungen Menschen soll ein anschaulicher Zugang zu Zeitgeschichte, Erinnerungskultur und der gesellschaftlichen Rolle von Kunst ermöglicht werden.
