Habersack, der sich selbst augenzwinkernd als „Ureinwohner aus den hessisch Highlands“ bezeichnet, machte von Beginn an klar, dass bei ihm kein trockener Literaturabend zu erwarten war. Stattdessen nahm er die Besucher mit auf eine humorvolle Reise in seinen fiktiven Heimatort Oberniederberg und erzählte Geschichten aus dem Rhöner Alltag – mal überspitzt, mal nachdenklich, aber immer mit einer gehörigen Portion Selbstironie.
Ein zentrales Thema des Abends war die Rhöner Mundart. Mit viel Witz erklärte Habersack, warum der Dialekt für ihn weit mehr ist als nur eine Art zu sprechen. Immer wieder spielte er mit typischen Redewendungen und Begriffen, erzählte von den Eigenheiten der Rhöner und zeigte, wie eng Sprache, Heimat und Identität miteinander verbunden sind. Das Publikum dankte es ihm mit viel Gelächter und immer wieder spontanem Applaus.
Neben humorvollen Anekdoten las Habersack auch Passagen aus seinen Büchern. Dabei ging es um das Dorfleben, kuriose Begegnungen und die kleinen Absurditäten des Alltags. Mal erzählte er von seiner Großmutter und ihren Hausmitteln, mal von den Eigenheiten des Landlebens oder von Figuren, die jeder aus seinem Heimatort zu kennen glaubt. Gerade diese Mischung aus überzeichneten Geschichten und einem wahren Kern machte den besonderen Charme der Lesung aus.
Immer wieder bezog der Autor die Besucher mit ein und improvisierte zwischen den einzelnen Textpassagen. So entwickelte sich schnell ein lockerer Abend, bei dem nicht nur gelesen, sondern vor allem gemeinsam gelacht wurde. Habersack bewies dabei einmal mehr, warum er weit über die Rhön hinaus eine treue Fangemeinde besitzt.
Der Vollerwerbslandwirt ist längst nicht nur Autor mehrerer erfolgreicher Bücher, sondern auch Werbegesicht und Botschafter der Rhöner Mundart. Mit seinen Programmen setzt er sich dafür ein, regionale Sprache und Traditionen lebendig zu halten – allerdings nie mit erhobenem Zeigefinger, sondern stets mit Humor.
Für das leibliche Wohl sorgte der Club der Närrischen Weiber. So wurde der Abend an der Altenfeld zu einer gelungenen Mischung aus Literatur, Dialektpflege und geselligem Beisammensein – ganz im Sinne der Veranstaltungsreihe, die Menschen an besonderen Orten zusammenbringen möchte.
