Zu Beginn begrüßte Fördervereinsvorsitzender Hartmut Zimmermann die zahlreichen Gäste und stellte seinen Gesprächsgast Bodo Ramelow vor. „Dass Bodo Ramelow heute hier sitzt, verdanken wir Menschen aus Bad Brückenau“, erzählte Zimmermann.
Auch Ramelow begrüßte die Anwesenden und begann anschließend mit seiner Stellungnahme. „Ich bin geprägt von der Frage, wie wir in unserem Land eigentlich mit Rohstoffen umgehen“, sagte Ramelow. Er sei der Meinung, dass sich mit diesem Thema viel zu wenig beschäftigt werde. „Auch ein Monte Kali hinterlässt jeden Tag Spuren, über die man reden muss“, so Ramelow.
Vor Kurzem sei er im Vogelsberg unterwegs gewesen und habe sich dort eine Synagoge angeschaut. Früher sei er auf seinen Fahrten häufig daran vorbeigekommen, als das Gebäude noch heruntergekommen ausgesehen habe. „Erst als ich eingeladen wurde, stellte ich fest, dass es das Judenhaus ist. Es wurde saniert, weil sich ein ehrenamtlicher Verein darum gekümmert hat, dass der Verfall nicht weitergeht“, erklärte er den Gästen.
Ramelow reise seit vielen Jahren in zahlreiche Länder, um dort über Erinnerungspolitik zu sprechen, zu diskutieren und zu forschen. Auch mit der Frage, wann über das Geschehene gesprochen werde und wann die Aufarbeitung des Nationalsozialismus beginne, habe er sich intensiv beschäftigt. „Wenn ich über unsere Geschichtspolitik rede, dann rede ich darüber, dass man genau hinschauen muss“, sagte Ramelow.
Ramelow sprach außerdem die Alternative für Deutschland (AfD) an und zog dabei Parallelen zur deutschen Geschichte. Er berichtete, dass der Bundesparteitag der AfD am 4. Juli stattfinde. Dieses Datum finde er bemerkenswert, weil sich an diesem Tag der erste Reichsparteitag der NSDAP in Weimar zum 100. Mal jähre. „Wenn wir auf den Nationalsozialismus schauen, denken wir immer an 1933“, sagte Ramelow. Aus seiner Sicht sei es jedoch wichtig, auch die Entwicklungen in den Jahren davor zu betrachten und genau hinzuschauen. Zum Abschluss machte Ramelow seine Haltung zu dem Thema sowie zur AfD deutlich. „Wenn wir nicht die Augen aufmachen, dann werden wir sogar unserem eigenen erarbeiteten Wohlstand schweren Schaden zufügen“, sagte Ramelow. Für ihn sei es wichtig, sich mit diesen Entwicklungen auseinanderzusetzen.
