Lokales FD 05.07.2026

„Rädchen“ lebt auf Kirchenwiese weiter – Pop-up-Biergarten eröffnet

Fulda (sim) – Das „Rädchen“ in der Stadt ist zwar geschlossen, ganz verschwunden ist es aber nicht. Auf der Wiese der Christuskirche hat am Samstag der Pop-up-Biergarten „Hunger, Durst & Segen“ eröffnet. Zahlreiche Besucher nutzten den Auftakt, um bei Essen und Getränken zusammenzukommen – und dem beliebten Treffpunkt zumindest für einige Wochen die Treue zu halten.

Die langjährigen Rädchen-Betreiber Karl Munzinger, Jonas Sporer und Evelyn Ostertag mit Pfarrerin Jana Koch-Zeißig. Foto: Silas Messing

Entstanden ist das Projekt aus einer Kooperation zwischen der Christuskirchengemeinde und dem Team des „Rädchens“. Bereits in den vergangenen Jahren hatte man gemeinsam Veranstaltungen organisiert. „Eigentlich haben wir gesagt: Mit dieser Wiese muss man im Sommer doch etwas machen“, erklärte Pfarrerin Jana Koch-Zeißig. Das Projekt „Lebendiger Kirchplatz“, das die Gemeinde bereits seit mehreren Jahren verfolgt, habe dafür den passenden Rahmen geboten.

Dass das Ende des „Rädchens“ zeitlich mit den Planungen zusammenfiel, sei schließlich eine glückliche Fügung gewesen. „Das Rädchen bekommt hier Asyl und kann noch ein Stück weiterleben“, sagte Koch-Zeißig.

Für die Gemeinde steht dabei weit mehr als ein gastronomisches Angebot im Mittelpunkt. „Wir schaffen hier Begegnungsräume und Platz für Groß und Klein“, betonte die Pfarrerin. Familienfreundliche Preise, eine Kinderecke und die Aktion „Segen zum Teilen“ sollen dazu beitragen, dass sich jeder willkommen fühlt. Besucher können dabei Essen oder Getränke für Menschen mit kleinerem Geldbeutel spendieren.

Für Jonas Sporer, einen der drei Betreiber des „Rädchens“, bedeutet der neue Standort vor allem eines: Zeit. „Es ist einfach schön, dass wir nach unserer nicht gewollten Schließung noch sechs Wochen geschenkt bekommen haben, um alle, die das Rädchen mögen, hier noch einmal begrüßen zu können.“

Die Idee für den Standort sei ihm schon länger im Kopf gewesen. „Als ich hier einmal mit Jana Bratwürste gegrillt habe, habe ich mir die Wiese angeschaut und sofort gedacht: Das ist doch ein toller Wohlfühlort mitten in der Stadt.“

Nach intensiven Vorbereitungen fiel ihm mit der Eröffnung ein Stein vom Herzen. „Gestern habe ich kurz den Glauben verloren. Jetzt bin ich einfach stolz. Es war eine wilde Nacht, aber jetzt haben wir hier einen richtig schönen Biergarten stehen.“

Wie es nach dem Ende des Pop-up-Biergartens Mitte August weitergeht, ist derzeit noch offen. Klar ist für Sporer allerdings, dass sich das „Rädchen“ nicht einfach an einen anderen Ort verlegen lässt. „Man kann ein Gebäude verkaufen, aber nicht einen Ort wie das Rädchen umziehen.“

Bis zum 16. August ist der Pop-up-Biergarten bei gutem Wetter von Donnerstag bis Sonntag geöffnet - donnerstags und freitags von 16  bis 22 Uhr, samstags von 11 bis 22 Uhr und sonntags von 11 bis 16 Uhr.

Pop-up-Biergarten mit dem Rädchen. Fotos: Silas Messing