„Das Ehrenamt ist das Fundament unserer Arbeit“, betonte Diözesanvorstand Dr. Bertram Stitz. Damit freiwilliges Engagement auch künftig tragfähig bleibe, brauche es weniger Bürokratie, eine stärkere Förderung von Ausbildung und Qualifizierung sowie mehr gesellschaftliche Wertschätzung. Gleichzeitig gelte es, junge Menschen für das Ehrenamt zu gewinnen.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die ambulante Hospiz- und Trauerarbeit. Der Bedarf wachse stetig. Die Malteser begleiten schwerstkranke Menschen und deren Angehörige in einer besonders sensiblen Lebensphase. Dafür wünschen sie sich eine langfristig gesicherte Finanzierung sowie eine weitere Stärkung der Hospizarbeit – insbesondere im ländlichen Raum. Auch die Suizidprävention müsse aus Sicht der Malteser stärker in den politischen Fokus rücken.
Dass die Hospizarbeit in Fulda gut funktioniert, führen die Verantwortlichen auf ein enges Netzwerk zurück. Hausärzte, Palliativteams, Kliniken und ehrenamtliche Begleiter arbeiteten eng zusammen. In Fulda seien mittlerweile rund 90 Ehrenamtliche in der Hospizarbeit aktiv, hinzu kämen zahlreiche weitere Begleiter im Kinder- und Jugendhospizdienst. Im vergangenen Jahr begleiteten die Malteser nach eigenen Angaben 79 Erwachsene sowie zehn bis 15 Kinder und Jugendliche.
„Hospizarbeit bedeutet für uns, den Menschen ganzheitlich zu sehen. Es geht nicht nur um Pflege oder Medizin, sondern genauso um die psychosoziale Begleitung und die Unterstützung der Angehörigen“, erläuterte Stitz. Gerade die Trauerarbeit sei dabei ein unverzichtbarer Bestandteil, der häufig weit über den Tod eines Menschen hinausreiche.
Auch die steigende Zahl von Menschen mit Demenz beschäftigt die Malteser. Sie fordern mehr wohnortnahe Betreuungs- und Entlastungsangebote sowie eine stärkere Unterstützung pflegender Angehöriger. Mit niedrigschwelligen Angeboten wie Betreuungsgruppen, Besuchsdiensten und speziellen Programmen für Menschen mit Demenz wollen die Malteser Betroffene und ihre Familien entlasten.
Ein weiteres Thema ist die zunehmende Einsamkeit älterer Menschen. Besuchs- und Begleitungsdienste leisteten einen wichtigen Beitrag gegen soziale Isolation. Allein im Besuchs- und Begleitungsdienst engagieren sich in Fulda rund 60 Ehrenamtliche.
Darüber hinaus setzen sich die Malteser für Menschen ohne Krankenversicherung ein. Mit ihrer „Malteser Medizin für Menschen ohne Krankenversicherung“ (MMM) schließen sie nach eigenen Angaben eine wichtige Versorgungslücke. Politik und Behörden seien gefordert, diese niedrigschwelligen Angebote stärker zu unterstützen und besser mit dem Gesundheitswesen zu vernetzen.
Auch Inklusion bleibt für die Malteser ein zentrales Anliegen. Menschen mit Behinderungen oder Unterstützungsbedarf sollten selbstverständlich am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können. Dafür brauche es barrierefreie Angebote, inklusive Freizeitmöglichkeiten und starke lokale Netzwerke.
Zum Abschluss machten die Malteser deutlich, dass sie sich weiterhin als verlässlicher Partner für die Menschen in Osthessen verstehen. Gemeinsam mit Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft wolle man daran arbeiten, dass Menschlichkeit, Teilhabe und soziale Verantwortung auch künftig tragende Säulen der Region bleiben.
