Lokales MKK 26.07.2026

Pilotprojekt soll Bauanträge künftig schneller und einfacher machen

Gelnhausen (pm/sim) – Der Main-Kinzig-Kreis arbeitet gemeinsam mit dem kommunalen IT-Dienstleister ekom21 im Rahmen eines Pilotprojekts an einem neuen digitalen Angebot zur Vorabprüfung von Bauanträgen. Ziel ist es, bereits in einer frühen Planungsphase zu klären, ob ein Bauvorhaben grundsätzlich genehmigungsfähig ist und welche Einschränkungen gegebenenfalls bestehen.

Die Arbeitsgruppe (von links): Simon Sauerbier (Projektleitung DigiBauG, ekom21, KGRZ Hessen), Eric Schellhaase (Bachelor-Student der Firma Softplan Informatik GmbH), Björn Brecht (Geschäftsführer Firma Softplan Informatik GmbH), Steffen Schomburg (Leiter Amt 63 - Planen, Bauen und Wohnen Main-Kinzig-Kreis), Bastian Kraiker (Firma Softplan Informatik GmbH), Andreas Lenz (stellvertretender Leiter Amt 63 und Abteilungsleiter der Bauaufsicht Main-Kinzig-Kreis) und Felix Mayer (GIS-Manager Main-Kinzig-Kreis). Foto: Main-Kinzig-Kreis

„Das wird die Qualität der Bauanträge in Zukunft erhöhen und somit noch einmal deutlich die Verfahrenszeiten reduzieren“, ist Landrat Thorsten Stolz überzeugt. Das neue Online-Tool sei nicht nur für Hessen interessant, sondern könne perspektivisch auch bundesweit sowie international eingesetzt werden.

Der Main-Kinzig-Kreis eigne sich als Projektpartner besonders gut, da seit Jahresbeginn alle Bauanträge ausschließlich digital eingereicht und bearbeitet werden. Hessenweit sei dies bislang etwa bei jedem dritten Bauantrag der Fall. „Der digitale Bauantrag ist im Main-Kinzig-Kreis ein voller Erfolg und wird sehr gut angenommen“, sagt Stolz. Die Digitalisierung ermögliche schnellere Bearbeitungszeiten, da mehrere Stellen gleichzeitig auf die Unterlagen zugreifen könnten und Postwege entfielen.

Für die Entwicklung arbeitet die Bauaufsicht des Kreises mit ekom21 sowie der Softwarefirma Softplan Informatik GmbH zusammen. Ziel ist es, verschiedene Datenquellen und Geoinformationssysteme miteinander zu verknüpfen, um eine zentrale Online-Abfrage zu ermöglichen.

Künftig soll bereits vor der Antragstellung geprüft werden können, ob ein Bauvorhaben den geltenden Vorgaben für ein Grundstück entspricht und ob beispielsweise Denkmalschutz, Altlasten, Gewässer oder Überschwemmungsgebiete berücksichtigt werden müssen. Auch Fragen zu Schutzabständen oder zulässigen Wohn- und Gewerbeflächen sollen frühzeitig beantwortet werden. Dadurch könnten kosten- und zeitintensive Planungsänderungen in späteren Projektphasen vermieden werden.

„Wenn Digitalisierungsprozesse konsequent und logisch fortgeführt werden, eröffnen sich ganz neue Möglichkeiten, um die Arbeit innerhalb der Behörden effizienter zu gestalten und die Zusammenarbeit mit den Planungsbüros und Bauwilligen weiter zu vereinfachen und zu beschleunigen“, erklärt Simon Sauerbier von ekom21. Voraussetzung sei jedoch, dass die Beschäftigten umfassend mit den digitalen Prozessen vertraut gemacht würden, ergänzt Steffen Schomburg, Leiter des Amtes für Planen, Bauen und Wohnen.

Die Vorbereitungen für das Projekt laufen bereits seit dem Frühjahr 2024. Dafür mussten unter anderem Datenquellen bewertet, Karten digitalisiert sowie die Finanzierung und geeignete Projektpartner sichergestellt werden.

Erfahrungen mit digitalen Angeboten im Baubereich hat der Main-Kinzig-Kreis bereits mit dem hessischen „Quick Check Bauantrag“ gesammelt, an dessen Entwicklung die Bauaufsicht ebenfalls beteiligt war. Das neue Pilotprojekt richtet sich nun an größere Bauvorhaben und soll bis Ende des Jahres abgeschlossen sein. Anschließend soll das Angebot über das Bauportal des Landes Hessen Planungsbüros und Bauwilligen zur Verfügung stehen.