Lokales FD 18.07.2026

Moderne Inlinertechnik schützt Trinkwasser – Kanal saniert

Buchenrod (pm/st) – Die Gemeinde Flieden hat die umfangreiche Sanierung des Verbindungssammlers Buchenrod-Langenau weitgehend abgeschlossen. Die Maßnahme wurde erforderlich, nachdem bei Untersuchungen Schäden an mehreren Kanalhaltungen festgestellt worden waren.

Freuen sich über die gelungene Sanierung des Verbindungssammlers Buchenrod-Langenau: Lucas Schäfer, Bauamtsleiter der Gemeinde Flieden, Fliedens Bürgermeister Christopher Gärtner sowie Mitarbeiter der ausführenden Firma Aarsleff Rohrsanierung GmbH. Fotos: Gemeinde Flieden

Um die Betriebssicherheit des Kanals langfristig zu gewährleisten und den besonderen Anforderungen des Trinkwasserschutzes Rechnung zu tragen, entschied sich die Gemeinde für eine umfassende Sanierung der betroffenen Leitungsabschnitte. Die Schäden wurden überwiegend durch das moderne Schlauchlinerverfahren behoben, dass eine nachhaltige Instandsetzung ohne großflächige Erdarbeiten ermöglicht. Die Gesamtinvestition beläuft sich auf rund 750.000 Euro. Bis zur endgültigen Fertigstellung im August 2026 stehen noch einzelne Instandsetzungsarbeiten an Kanal- und Schachtbauwerken aus. Besondere Bedeutung hatte die Maßnahme, da große Teile des rund 3,5 Kilometer langen Verbindungssammlers durch die Wasserschutzzonen II und III des Tiefbrunnengebiets bei Langenau verlaufen.

Über diesen Sammler wird das Abwasser aus dem Ortsteil Buchenrod über weitere Sammler zur Kläranlage Flieden geleitet. Der offizielle Baubeginn für die Kanalsanierung erfolgte Ende April. Mit den vorbereitenden Reinigungs- und Fräsarbeiten wurde am 30. März begonnen. Kernstück der Maßnahme war die Sanierung mittels Schlauchlinerverfahren. Dabei wird ein mit Kunstharz getränkter Schlauch in den vorhandenen Kanal eingezogen und anschließend ausgehärtet. Im Ergebnis entsteht innerhalb des alten Rohres ein neues, dichtes Rohr. Auf aufwendige Erdarbeiten und großflächige Aufgrabungen kann dabei weitgehend verzichtet werden. In den Wasserschutzgebieten wurden 13 Kanalhaltungen mit einer Gesamtlänge von rund 900 Metern auf diese Weise saniert. Außerhalb der Schutzgebiete kamen bei weiteren neun Kanalhaltungen mit einer Gesamtlänge von rund 500 Metern ebenfalls Schlauchliner zum Einsatz. Die betroffenen Leitungsabschnitte befanden sich größtenteils in befestigten und unbefestigten Wirtschaftswegen, Waldflächen sowie Wiesenbereichen. Aufgrund der teilweise eingeschränkten Zugänglichkeit der Kontrollschächte waren vorbereitende Maßnahmen notwendig, wie zum Beispiel die Ortung und Freilegung der Schachtbauwerke und -abdeckungen.

Für die Gemeinde Flieden ist das Verfahren nicht neu: Bereits bei einer früheren Maßnahme wurde die Inlinertechnik erfolgreich eingesetzt. Die jetzt sanierte Strecke stellt jedoch eine deutlich größere Dimension dar und zählt zu den bislang umfangreichsten Anwendungen dieser Bauweise im Gemeindegebiet. Gerade im Bereich der Wasserschutzzonen bietet das Schlauchlinerverfahren entscheidende Vorteile. Da die bestehenden Leitungen erhalten bleiben und nur punktuell eingegriffen werden muss, werden Boden und Vegetation deutlich weniger belastet als bei einer vollständigen Erneuerung in offener Bauweise. Dies ist insbesondere in sensiblen Trinkwasserschutzbereichen von großer Bedeutung. Was die Wasserbehörde bevorzugte und auch genehmigte. Zudem verbessert die Sanierung die Dichtheit des gesamten Kanalsystems nachhaltig. Dadurch wird verhindert, dass Fremdwasser in die Kanalisation eindringt oder Abwasser in den Untergrund austreten kann. Im Bereich der Wasserschutzzone II wurden darüber hinaus mehrere Kanalabschnitte zu längeren Schlauchlinerstrecken zusammengefasst, um die Anzahl der Schächte zu reduzieren und den Schutz des Grundwassers langfristig weiter zu verbessern.

Fliedens Bürgermeister Christopher Gärtner betont die Bedeutung der Maßnahme: „Mit der Sanierung investieren wir gezielt in den langfristigen Schutz unseres Trinkwassers und in eine leistungsfähige Abwasserinfrastruktur. Das Schlauchlinerverfahren hat sich dabei als wirtschaftliche und umweltschonende Lösung bewährt. Gerade in den sensiblen Wasserschutzgebieten können wir die Eingriffe in Natur und Boden auf ein Minimum reduzieren und gleichzeitig die Betriebssicherheit des Kanalsystems für viele Jahrzehnte sichern.“ Die Arbeiten wurden von der Aarsleff Rohrsanierung GmbH, Niederlassung Ilmenau, ausgeführt. Planung und Bauleitung lagen bei der RhönEnergie Effizienz + Service GmbH, Fulda. Nach Abschluss der Inlinersanierung folgen nun noch einzelne Instandsetzungsarbeiten an Kanal- und Schachtbauwerken. Mit deren Abschluss wird die Gesamtmaßnahme voraussichtlich im August 2026 vollständig beendet sein.