Lokales HEF 13.07.2026

„Magie auf der Bühne“: Brammer und Jung erhalten Hersfeldpreise

Bad Hersfeld (pm/pf) – Es ist nahezu Halbzeit bei den Bad Hersfelder Festspielen. Die Inszenierungen laufen, Schauspielerinnen und Schauspieler geben ihr Bestes. Nicht erst am Ende, sondern genau jetzt erhalten zwei Mitglieder des Gesamt-Ensembles eine besondere Auszeichnung, ein Zeichen des Dankes für ihre herausragenden Leistungen auf der Bühne der Stiftsruine: Der „Hersfeldpreis“ und der „Große Hersfeldpreis“ werden von der Stadt Bad Hersfeld und der Gesellschaft der Freunde der Stiftsruine vergeben, die unter dem Motto „Stiftsruine bewahren – Festspiele fördern – Kultur pflegen“ die Ganzjahreskultur in Bad Hersfeld unterstützen.

Fotos: (c) BHF / Steffen Sennewald

Die Preisträger Thieß Brammer (links) und Uriel Jung.

Die Jury des Hersfeldpreises mit den Gewinnern.

Bereits seit 1962 werden mit den Hersfeldpreisen herausragende Akteure prämiert. Im Beisein des Hessischen Staatsministers für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur, Timon Gremmels, wurden am Sonntag, 12. Juli 2026, die Schauspieler Uriel Jung und Thieß Brammer ausgezeichnet. Gremmels sagte wörtlich: „Die Bad Hersfelder Festspiele zeigen Jahr für Jahr wie lebendig, mutig und berührend Theater sein kann. Der Hersfeldpreis würdigt Schauspielerinnen und Schauspieler, die diese besondere Magie auf der Bühne entstehen lassen.“ Die Preisträger wurden von einer fachkundigen Jury bestimmt. Ihr gehören in diesem Jahr an: Martina Mattick-Stiller (ZDF), die zur Sprecherin der Jury gewählt wurde, Hermann Diel (Hessischer Rundfunk), Bettina Fraschke (Hessische/Niedersächsische Allgemeine), Marion Schwarzmann (freie Kulturautorin/Gießener Allgemeine), und Pit Rampelt (freier Autor, ehemals ZDF-Fernsehspiel).

Die Wertungen der Jury lauten im Einzelnen:

Der Hersfeldpreis 2026 wird verliehen an Uriel Jung für seine beeindruckende Wandlungsfähigkeit in den unterschiedlichsten Rollen in „Parzival“ nach Wolfram von Eschenbach in der sehr gelungenen Bearbeitung und Inszenierung von Michael Schachermaier. Mit seinem intensiven Spiel und seiner prägnanten Stimme verleiht er König Artus Größe und Würde, dem verschmitzten Fischer Einfachheit, dem Ritter im Wald Komik und wirkt ebenso im Chor des Zauberers Klingsor mit. In Astrid Lindgrens „Pippi Langstrumpf“ in der Regie von Nicole Claudia Weber gestaltet er außerdem den Tommy jung und frisch. Uriel Jung unterstreicht sein vielversprechendes Talent durch seine überzeugende Darstellung verschiedener Figuren.

Der Große Hersfeldpreis 2026 wird verliehen an Thieß Brammer in der Titelrolle von „Parzival“ nach Wolfram von Eschenbach in der sehr gelungenen Bearbeitung und Inszenierung von Michael Schachermaier. Brammer begibt sich auf eine Heldenreise, bei der er fesselnd vom naiven Jüngling – vom „tumben Toren“ – zum mitfühlenden, mitleidenden Mann reift. Diesen Entwicklungsbogen spielt er überzeugend und bewegend mit großer Körperlichkeit und Natürlichkeit. Er begeistert durch seine starke Bühnenpräsenz, ohne sich dabei in den Vordergrund zu spielen. Thieß Brammer trägt die anspruchsvolle Geschichte glaubhaft und klar und beschert den Festspielen so einen herausragenden Theaterabend.

Beiträge des Festspiel-Ensembles, die GBO-Oldtimer-Bigband sowie Ehrengast Katharine Merling, die 2019 den „Großen Hersfeldpreis“ erhielt und auf der Bühne der Stiftsruine einmal mehr ihr Sprachtalent zeigte, indem sie „Mackie Messer“ in neun Sprachen sang, machten die Traditionsveranstaltung zu einem vergnüglichen Vormittag mit kultureller Ernsthaftigkeit. Die Übergabe der Preise wurde von Bürgermeisterin Anke Hofmann, Intendantin Elke Hesse, Staatsminister Timon Gremmels und Helgo Hahn, Vorsitzender der Gesellschaft der Freunde der Stiftsruine, vorgenommen. Die Veranstaltung moderierte der Herausgeber der Hersfelder Zeitung, Markus Pfromm.