Fußball 30.07.2026

Kreisoberliga – Spannung im Süden – Kerzell und Grimmstadt Favorit?

Osthessen (jw/jah) – Die anstehende Saison in der Fußball-Kreisoberliga Süd scheint so offen wie schon lange nicht mehr: Nicht nur die Gruppenligaabsteiger FSV Thalau und FSG Vogelsberg spielen um den Wiederaufstieg, sondern auch einigen anderen Mannschaften ist ein Sprung an die Tabellenspitze zuzutrauen. Insbesondere Kerzell und Grimmstadt, welche den Aufstieg in der vergangenen Spielzeit knapp verpassten, dürften hier zu nennen sein.

Die SG Kerzell um Luis Heiner (Mitte) gilt als einer der Favoriten auf die Meisterschaft. Foto: Christine Görlich

Die SG Kerzell hat in dieser Spielzeit womöglich bessere Aufstiegschancen denn je. Nach der guten Vorbereitung blickt Trainer Florian Günther mit Vorfreude auf die anstehenden Spiele. „Ich sehe meine Mannschaft in einer guten Verfassung, um eine erfolgreiche Saison zu spielen“. Doch er sieht auch andere Mannschaften mit guten Chancen auf die Aufstiegsplätze. „Ich denke, dass Grimmstadt stark sein wird, aber auch Vogelsberg als Absteiger ist immer ein Kandidat auf die vorderen Plätze“.

Apropos Vogelsberg: Die FSG um den ehemaligen Barockstadt-Kapitän Patrick Schaaf hat nach dem bitteren Abstieg über die Relegation eine Weile gebraucht, um zu Beginn der Vorbereitung wieder in Gang zu kommen, wie Trainer Kevin Steudter erklärte: „Die letzten Wochen der vergangenen Saison waren mit Rückschlag um Rückschlag verbunden, was eigentlich nicht die restliche Spielzeit widergespiegelt hat. Vom spielerischen her waren die Auftritte oft in Ordnung, am Ende konnten wir das aber nicht mehr auf den Platz bringen. Gerade am Anfang der Vorbereitung hat man dann gemerkt, dass der Abstieg noch nachhängt.“ Der Sturz zurück in die KOL nach einem Jahr Gruppenliga sei inzwischen aber abgehakt: „Wir sind jetzt auf einem guten Weg. Auf dem Platz herrscht eine neue Euphorie.“ 

Bemerkenswert bei der Spielgemeinschaft aus Herbstein, Lanzenhain und Engelrod außerdem: Trotz des verpassten Klassenerhalts konnte die FSG den kompletten Kader halten, lediglich Spielertrainer Fabian Lehmann verabschiedete sich in Richtung Edelzell/Engelhelms – das Cheftraineramt bekleidet Steudter künftig alleine. „Das ist auch unsere Stärke, die Geschlossenheit im Team. Wenn wir die beibehalten, bin ich sehr guter Dinge“, blickt der FSG-Coach voraus – ohne als einer der vermeintlichen Aufstiegsfavoriten jedoch zu weit in die Zukunft schauen zu wollen: „Es ist nie planbar, was am Ende rauskommt. Der direkte Wiederaufstieg sollte aber nicht das Thema sein bei uns. Die Saison ist lang, da gehört viel dazu.“ Stattdessen zählt auch Steudter die SG Kerzell zu den Favoriten – und hat überdies einen Aufsteiger auf dem Zettel: Den SV Schweben. „Die haben eine tolle, junge Mannschaft, die für Furore sorgen kann. Ich denke aber generell, dass es nicht die eine Mannschaft geben wird, die vorneweg marschiert. Auch wir müssen immer an unsere Leistungsgrenze gehen, 70 Prozent reichen nicht. Aber wir haben das Zeug dazu.“

Für die von Steudter genannten Schwebener ist als Aufsteiger natürlich der Klassenerhalt das oberste Saisonziel. Trotz eines großen Umbruchs sieht Trainer Andreas Weigand sein Team „in einer ausgeglichenen Liga mit guten Chancen auf den Klassenerhalt.“ Der SVS setzt dabei vor allem auf einen Kern von jungen Spielern, gleich sieben Nachwuchsspieler aus der eigenen Jugend stießen im Sommer neu zum Team – zusätzlich zu den beiden externen Neuzugängen Maurice Jäckel (Oberzell) und Collin Staudt (Bachgau). Wie auch Florian Günther zählt Weigand die SG Grimmstadt zu den Favoriten: „Ich sehe sowohl Grimmstadt als auch Kerzell vorne mit dabei.“