Lokales HEF 29.07.2026

Komplexe Wirbelsäulen-OP schenkt Patientin neue Lebensqualität

Bad Hersfeld (pm/jah) – Fast 25 Jahre lang bestimmten starke Rückenschmerzen den Alltag von Esther Hohmann aus dem Schwalm-Eder-Kreis. Nach zahlreichen Behandlungen und einer erfolglosen Operation fand die 55-Jährige schließlich Hilfe am Klinikum Hersfeld-Rotenburg. Ein komplexer Eingriff an der Wirbelsäule verschaffte ihr spürbare Erleichterung – und ließ sie erstmals seit vielen Jahren wieder aufrecht stehen.

Leitender Oberarzt Ahmed Elsheikh (links) und Sektionsleiter Mohamed Meky A. Mohamed mit ihrer Patientin Esther Hohmann. Foto: Klinikum Hersfeld-Rotenburg

Die Beschwerden reichen bis etwa 25 Jahre zurück. Nach einem Bandscheibenvorfall entwickelte Hohmann eine sogenannte Fußheberschwäche, wodurch sie ihren Fuß und ihre Zehen nicht mehr richtig anheben konnte. Hinzu kam die Diagnose Morbus Basedow, einer Autoimmunerkrankung der Schilddrüse. Es folgten zahlreiche Arztbesuche, verschiedene Therapien und der Versuch, die Schmerzen im Alltag zu bewältigen.

Auch eine Operation im Herbst 2025 brachte nicht den erhofften Erfolg. Während des Eingriffs kam es zu einer Verletzung der Rückenmarkshaut, anschließend traten Wundheilungsstörungen auf.

Im Frühjahr 2026 stellte sich Hohmann schließlich in der Sektion für Neurochirurgie des Klinikums Bad Hersfeld vor. Nach einer umfassenden Diagnostik stellten die behandelnden Ärzte fest, dass mehrere Erkrankungen gleichzeitig für ihre Beschwerden verantwortlich waren. Neben altersbedingten Verschleißerscheinungen und knöchernen Veränderungen der Wirbelsäule führten auch Einengungen der Nervenbahnen sowie Veränderungen der natürlichen Krümmung der Wirbelsäule zu den langjährigen Schmerzen.

Gemeinsam entschieden sich Patientin und Ärzte für einen rund vierstündigen Eingriff im Mai 2026. Dabei rekonstruierten die Neurochirurgen die natürliche Form der Wirbelsäule, entfernten knöcherne Veränderungen und entlasteten die betroffenen Nerven. Insgesamt wurden zwölf Schrauben und vier sogenannte Cages eingesetzt, um die Wirbelsäule zu stabilisieren.

Bereits zwei Tage nach der Operation konnte Hohmann wieder aufrecht stehen. Nach Angaben des Klinikums gelang es ihr zudem erstmals seit vielen Jahren, ihren Fuß und ihre Zehen wieder anzuheben. Kontrolluntersuchungen per MRT und CT bestätigten den erfolgreichen Verlauf des Eingriffs.

Mit der Operation sei der Heilungsprozess jedoch noch nicht abgeschlossen, betonen die behandelnden Ärzte. In der anschließenden Rehabilitation gehe es nun darum, Bewegungsabläufe neu zu erlernen und über Jahre entstandene Fehlhaltungen schrittweise zu korrigieren.

Für Esther Hohmann bedeutet der Eingriff dennoch einen entscheidenden Wendepunkt. Auch wenn sie aufgrund ihrer Vorerkrankungen nicht mit vollständiger Schmerzfreiheit rechnet, habe sich ihre Lebensqualität deutlich verbessert. Besonders freue sie sich darauf, künftig wieder gemeinsam mit ihrem Mann, Freunden und ihren Hunden wandern und die Natur genießen zu können – ohne ständig nach einer Gelegenheit für eine Pause suchen zu müssen.