Vorhofflimmern ist die am häufigsten diagnostizierte Herzrhythmusstörung in Deutschland. Experten rechnen aufgrund der alternden Gesellschaft in den kommenden Jahren mit einer weiteren Zunahme der Erkrankungen.
Bei der bislang etablierten Standardtherapie, der sogenannten Lungenvenenisolation, werden elektrische Störsignale, die das Herz aus dem Rhythmus bringen, gezielt ausgeschaltet. Bisher kamen dabei vor allem thermische Verfahren zum Einsatz – entweder durch Hitze mittels Radiofrequenzstrom oder durch Kälte mit der Kryotechnik.
Die neue PFA-Methode arbeitet dagegen mit ultrakurzen, hochenergetischen elektrischen Impulsen. Der Vorteil: Umliegendes empfindliches Gewebe wie die Speiseröhre oder wichtige Nervenbahnen wird geschont. Dadurch kann das Risiko von Komplikationen während des Eingriffs reduziert werden.
Am Klinikum Fulda wird das Verfahren bereits erfolgreich im klinischen Alltag eingesetzt. Dr. Joachim Krug, ärztlicher Leiter der Abteilung für Elektrophysiologie der Medizinischen Klinik I am Klinikum Fulda, sieht darin einen wichtigen Fortschritt für die Patientenversorgung: „Mit der Pulsed Field Ablation steht uns eine vielversprechende Methode zur Verfügung, mit der wir Patienten schnell und schonend auf dem neuesten Stand von Technik und Wissenschaft behandeln können.“
Neben der verbesserten Gewebeschonung ermöglicht die Methode häufig auch eine effizientere Durchführung der Eingriffe. Unterstützt wird dies am Klinikum Fulda durch einen speziellen PFA-Katheter, der derzeit nur an wenigen Kliniken in Deutschland eingesetzt wird.
Die Vorteile der neuen Methode liegen laut Klinikum vor allem in drei Bereichen: einem geringeren Risiko für Komplikationen an benachbarten Organen, einer kürzeren Behandlungsdauer sowie einer hohen Präzision bei der Behandlung.
Mit der Einführung der Elektroporation erweitert das Klinikum Fulda sein Angebot in der modernen Herzmedizin und möchte sicherstellen, dass Patienten aus der Region von aktuellen Entwicklungen in der Elektrophysiologie profitieren können.
