Health 10.07.2026

Klinikum führt neues Verfahren gegen starke Regelblutungen ein

Fulda (pm/jah) – Sehr starke oder schmerzhafte Regelblutungen können den Alltag vieler Frauen erheblich beeinträchtigen. Um Betroffenen eine moderne und schonende Behandlung anbieten zu können, führt die Frauenklinik des Klinikums Fulda unter der Leitung von Priv.-Doz. Dr. Martin C. Koch ein neues Verfahren ein. Die sogenannte Endometriumablation mit Hochfrequenz-Energie kommt ohne große Operation aus und erhält die Gebärmutter.

Foto: Klinikum Fulda

Bei der Endometriumablation wird die Schleimhaut im Inneren der Gebärmutter gezielt behandelt. Diese baut sich normalerweise jeden Monat auf und wird während der Regelblutung wieder abgestoßen. Bei dem neuen Verfahren wird sie mithilfe von Wärme, die durch Hochfrequenz-Energie entsteht, kontrolliert verödet. Der Eingriff dauert insgesamt nur etwa fünf Minuten, der eigentliche Energieimpuls meist weniger als zwei Minuten.

Dadurch baut sich die Schleimhaut anschließend nicht mehr oder nur noch deutlich weniger auf. Bei vielen Frauen bleiben die Blutungen ganz aus oder werden erheblich schwächer. Auch Begleitbeschwerden wie Regelschmerzen oder Beschwerden vor der Regelblutung können sich dadurch bessern.

Schonende Behandlung mit kurzer Erholungszeit

Ein großer Vorteil des Verfahrens ist die geringe Belastung für die Patientinnen. Die Behandlung erfolgt über den natürlichen Zugangsweg, sodass kein Bauchschnitt notwendig ist und keine äußeren Narben entstehen. In der Regel wird der Eingriff in Vollnarkose durchgeführt. Da er nur wenige Minuten dauert, können viele Patientinnen das Krankenhaus bereits nach wenigen Stunden wieder verlassen und schon am nächsten Tag in ihren Alltag zurückkehren. Die Behandlung erfolgt meist ambulant oder tagesklinisch.

„Mit diesem modernen und schonenden Verfahren erweitern wir die Behandlungsmöglichkeiten für Frauen mit dauerhaft starken Blutungsbeschwerden“, erklärt Priv.-Doz. Dr. Koch, Direktor der Frauenklinik. „Wir können unseren Patientinnen damit eine wirksame und sichere Therapie anbieten, bei der die Gebärmutter erhalten bleibt. Gleichzeitig sind die Ausfallzeiten kurz, und die Lebensqualität kann sich schnell und nachhaltig verbessern.“

Für wen das Verfahren geeignet ist

Die Endometriumablation kommt ausschließlich für Frauen infrage, die ihre Familienplanung abgeschlossen haben. Nach dem Eingriff wäre eine Schwangerschaft mit erheblichen Risiken verbunden, weshalb weiterhin eine zuverlässige Verhütung notwendig ist.

Vor der Behandlung prüfen die Ärzte zudem sorgfältig, ob andere Ursachen für die starken Blutungen vorliegen, beispielsweise größere Myome oder Polypen. Eingesetzt wird die Methode vor allem dann, wenn Medikamente nicht ausreichend geholfen haben oder nicht gut vertragen wurden.

Mit dem neuen Angebot setzt die Frauenklinik des Klinikums Fulda nach eigenen Angaben auf eine moderne Medizin, die eine wirksame Behandlung mit möglichst geringer Belastung für die Patientinnen verbindet.