Lokales FD 28.07.2026

Kanalsanierung mit Schnee: RhönEnergie setzt auf neues Verfahren

Bad Salzschlirf/Wartenberg (pm/sim) – Mitten im Hochsommer kommt bei einer Kanalbaustelle zwischen Bad Salzschlirf und Wartenberg-Landenhausen Schnee zum Einsatz. Die RhönEnergie Gruppe saniert dort einen 1,7 Kilometer langen Abwasserkanal mit dem sogenannten Schlauchliner-Verfahren. Dabei wird ein mit Kunstharz getränkter Kunststoffschlauch in die bestehende Leitung eingezogen. Damit das Material bei den hohen Temperaturen nicht vorzeitig aushärtet, wird es mit Eis und Schnee gekühlt.

Nahmen die ungewöhnliche Baustelle unter die Lupe: die Bürgermeister Peter Klug und Olaf Dahlmann, RhönEnergie-Prokurist Roland Hilfenhaus und Christopher Mock, Oberbauleiter des Bauunternehmens Rohrsanierung aus Ilmenau. Fotos: RhönEnergie

Bei sommerlichen Temperaturen ist der Einsatz von Eis und Schnee zur Kühlung der Inliner nicht nur notwendig, sondern für die Bauarbeiter auch sehr angenehm.

Das Verfahren kommt ohne großflächige Erdarbeiten aus. Statt den Kanal aufzugraben, wird ein neues Rohr innerhalb der bestehenden Leitung eingebracht. Dadurch sollen Bauzeit und Kosten reduziert sowie Umwelt, Anwohner und Verkehr möglichst wenig belastet werden.

Besonders wichtig ist die schonende Bauweise an dieser Stelle, da der größte Teil des Kanals durch ein Wasserschutzgebiet verläuft. Dort gelten hohe Anforderungen an die Dichtheit der Leitungen, um das Grundwasser dauerhaft zu schützen.

Die Gemeinden Bad Salzschlirf und Wartenberg, die das gemeinsame Klärwerk an der Gemeindegrenze betreiben, haben sich gemeinsam mit der RhönEnergie Gruppe für das Verfahren entschieden. Die technische Betriebsführung der Kläranlage liegt ebenfalls bei der RhönEnergie.

„Da keine großflächigen Aufgrabungen erforderlich sind, bleiben Straßen, Wege und Grundstücke weitgehend unberührt. Das verkürzt die Bauzeit, senkt die Kosten und reduziert Lärm sowie Verkehrsbehinderungen erheblich“, erklärt Roland Hilfenhaus, Prokurist der RhönEnergie Effizienz + Service GmbH.

Nach dem Aushärten entsteht innerhalb des bestehenden Kanals ein neues Rohr, das laut RhönEnergie dauerhaft dicht, widerstandsfähig gegen Chemikalien, Wurzeleinwuchs und Abrieb ist. Zudem können Risse, undichte Stellen und kleinere Rohrversätze ausgeglichen werden. Die Lebensdauer wird mit bis zu 50 Jahren angegeben. Die Kosten der Maßnahme belaufen sich auf rund 290.000 Euro.

Vor Ort informierten sich auch die Bürgermeister Peter Klug (Bad Salzschlirf) und Dr. Olaf Dahlmann (Wartenberg) über den Fortschritt der Arbeiten. Beide hoben den langfristigen Schutz des Trinkwassers sowie die geringeren Belastungen für Anwohner durch die grabungsarme Bauweise hervor.