Lokales FD 02.07.2026

Hitzeschutz – Liga Hessen fordert: Kommunen müssen jetzt handeln

Fulda (pm/gü) – Die Liga der Freien Wohlfahrtspflege in Hessen, deren Vorsitzender der Fuldaer Caritasdirektor Dr. Markus Juch ist, fordert die rasche Freigabe von Infrastrukturmitteln durch die Kommunen für Maßnahmen gegen die Hitze.

Dr. Markus Juch. Foto. Paula Nöllenheidt.

Die zunehmenden Hitzeextreme im Sommer gefährde die Gesundheit vulnerabler Gruppen in Pflegeheimen, Kitas, Familienzentren oder Krankenhäusern massiv. Vor dem Hintergrund der bundespolitischen Debatte über die Nutzung des 100-Milliarden-Euro-Sondervermögens für Infrastruktur und Klimaneutralität fordert die Liga der Freien Wohlfahrtspflege in Hessen die hessischen Städte und Gemeinden zu entschlossenem Handeln auf. Die Kommunen müssen die bereitstehenden Gelder unbürokratisch abrufen und gezielt für den Hitzeschutz in sozialen Ein-richtungen zur Verfügung stellen.

Bisher blockieren Verweise auf überlastete Haushalte und kommunale Investitionsstaus den dringend notwendigen Umbau. Für die Liga Hessen ist dies ein gefährlicher Stillstand: Pflegebedürftige und chronisch kranke Menschen leiden am stärksten unter der extremen Hitzebelastung in nicht klimatisierten Gebäuden. Nötig seien jetzt schnelle Investitionen in solarbetriebene Klimaanlagen, bauliche Verschattungen, Fassadenbegrünungen und die Entsiegelung von Außenflächen.

Hierzu erklärt Dr. Markus Juch, Vorstandsvorsitzender der Liga Hessen: „Ein reiner Hitzeschutz auf dem Papier, ist im Sommer für die Menschen in keinster Weise hilfreich. Wenn der Bund auf Milliardenmittel aus dem Infrastrukturtopf verweist, dann müssen diese Gelder auch zeitnah sozialen Organisationen zur Verfügung gestellt werden. Sie müssen genau dort ankommen, wo der Bedarf am größten ist: in unseren Pflegeheimen, Kitas und allen sozialen Einrichtungen. Der klimagerechte Umbau unserer sozialen Infrastruktur ist keine Option, sondern eine akute Schutzmaßnahme für die Menschen. Sie ist aber auch wichtig, um die Arbeitskraft zu erhalten und damit doppelt wirksam, für Gesellschaft und Wirtschaft. Wir erwarten von den hessischen Kommunen, dass sie diese Mittel jetzt prioritär und unbürokratisch für den Hitzeschutz freigeben.“

Die Wohlfahrtsverbände warnen zudem vor den langfristigen wirtschaftlichen Folgen: Blieben die Investitionen in die Klimaanpassung aus, würden dem Sozial- und Gesundheitssystem durch hitzebedingte Notfälle und steigende Betriebskosten gravierende finanzielle Schäden drohen. Die Liga Hessen fordert daher eine verlässliche und dauerhafte Finanzierungsstruktur, die soziale Träger beim Hitzeschutz entlastet.