Nicht nur zahlreiche Spieler, sondern darunter auch wichtige Leistungsträger haben die SGJ im Sommer verlassen: Keeper André Ditzel schloss sich beispielsweise Ligakonkurrent Künzell an, Amir Hossini läuft fortan für den SV Flieden auf und Jan-Henrik Wolf, Kapitän in der letzten Saison, hat in Alsfeld gebaut und geht daher fortan für die Spvgg. Leusel auf Torejagd. Durch das hervorragende Netzwerk von Sejo Kolic konnte die SGJ die Abgänge zumindest zunächst in der Breite kompensieren – Wohnig steht nun aber vor der schwierigen Aufgabe, aus vielen Puzzleteilen ein funktionierendes Gesamtgefüge zusammenzustellen.
„Sejo hat da mit seinen Kontakten einen guten Job gemacht“, lobt Wohnig den sportlichen Leiter: „Im letzten Jahr war der Kader sehr dünn, nun stehen wir vor der Herausforderung, einen ziemlichen breiten Kader zu haben.“ 25 Spieler umfasst der Kader der ersten Mannschaft aktuell – auch, weil Borussia Fulda sich dazu entschloss, die Kooperation bei der Reservespielgemeinschaft zu beenden und fortan eine eigene zweite Mannschaft zu stellen. „Wir müssen jetzt schauen, wie wir die Leute bei Laune halten. Im Fokus steht ganz klar das Kennenlernen. Ich will mir schnellstmöglich einen Eindruck verschaffen, aber die Spieler sollen sich auch untereinander kennenlernen“, betont Wohnig.
Den ersten Test hat die SGJ bereits absolviert, am Sonntag verloren Wohnig und Co. mit 2:5 beim TSV Rothemann. „Wir hatten da mit Markus Schlotzhauer einen Feldspieler im Tor, auch wenn das natürlich keine Ausrede dafür ist, fünf Tore zu kassieren. Wir haben es über 40 Minuten ganz anständig gemacht, und man konnte sehen, dass da etwas zusammenwachsen kann. Nach einem 2:5 klingt das vielleicht komisch, aber das hat mich positiv gestimmt. Auch wenn natürlich noch längst nicht alles funktioniert“, so der SGJ-Coach, für den es oberste Priorität hat, wieder einen starken Zusammenhalt innerhalb des Teams aufbauen zu können – ähnlich wie in der Vorsaison: „Das war sensationell in der letzten Saison, trotz der offensichtlichen Ausgangslage und vielen verlorenen Spielen. Da hat sich niemand Vorwürfe gemacht oder ähnliches. Genau da wollen wir wieder hin.“
Leicht wird dieses Vorhaben nicht, das ist auch Wohnig bewusst – dennoch geht der Übungsleiter positiv gestimmt in den weiteren Verlauf der Vorbereitung. Inklusive des Kreispokal-Spiels bei der SG Lüder-Schwarzatal hat die SGJ neun Vorbereitungsspiele angesetzt – so viele wie kein anderes Team in der Gruppenliga. „Wir wollen jedem die Chance geben, sich zu zeigen“, erläutert Wohnig, der wieder mit einer extrem engen Liga rechnet: „Eiterfeld als Absteiger schätze ich ganz stark ein. Man hat es aber ja letztes Jahr schon gesehen, da konnte Richtung Saisonende noch die halbe Liga absteigen. Wir wollen einfach erstmal ankommen, das zählt für uns. Wir müssen uns finden und wollen so schnell wie möglich nichts mit den Abstiegsplätzen zu tun haben.“
Die Testspiele in der Übersicht:
Mi, 8. Juli, 19 Uhr: Barockstadt II (H)
Sa, 11. Juli, 15 Uhr: Praforst (H)
So, 12. Juli, 15 Uhr: Germania Fulda (A)
Mi, 15. Juli, 19 Uhr: Schwarzatal (A) - Pokal
Sa, 18. Juli, 11 Uhr: FT Fulda
Di, 21. Juli, 19 Uhr: Großentaft (H)
Sa, 24. Juli, 18.30 Uhr: Spvgg. Hosenfeld (A)
Di, 27. Juli, 19 Uhr: Bronnzell (H)
