Fußball 09.07.2026

Gruppenliga – Mit „regionalem Gesicht“: SVN will wieder angreifen

Neuhof (jah) – Turbulente Zeiten liegen hinter dem SV Neuhof – zuletzt schrieb der Verein vermehrt Schlagzeilen neben statt auf dem Platz. Am Dienstagabend hat der SVN um Trainer Bekim Zulfiqari und die Abteilungsleiter Alexander Bär und Michael Böhm nun die Vorbereitung auf die Anfang August startende Saison der Fußball-Gruppenliga aufgenommen – und will endlich wieder auf dem Rasen für Furore sorgen.

Der SV Neuhof will endlich wieder auf dem Platz jubeln. Archivfoto: Christine Görlich

Als letzter der 16 Gruppenligisten hat das Team aus der Kaligemeinde die Vorbereitung aufgenommen – viel Zeit bleibt dem SVN nicht, bereits am Wochenende steht der traditionsreiche Gemeindepokal in Giesel an, den Zulfiqari und Co. vor allem als Trainingseinheit nutzen wollen: Die Kaderplanung am Fuße des Monte Kali ist in vollem Gange, dazu befinden sich viele Spieler noch im Urlaub. „Wir werden da mit einer Rumpftruppe ins Rennen gehen, aber es ist uns wichtig, den Gemeindepokal zu spielen“, heißt es aus der sportlichen Führungsebene des Vereins: „In 14 Tagen wird das dann schon ganz anders aussehen, wenn die Urlauber wieder zurück sind“ – der SVN hatte noch Anfang Juni an der Aufstiegsrelegation teilgenommen und seinen Spielern entsprechend länger Urlaub gegeben. „Insofern wundert es uns nicht, wenn die Ergebnisse am Anfang nicht stimmen.“ 

Zuletzt geriet der SVN aufgrund von Problemen mit Aufenthaltsgenehmigungen einiger Spieler in die Schlagzeilen – vier Spieler kehrten infolgedessen in ihre Heimat zurück und werden wohl nicht mehr für den Verein auflaufen. „Es war unser Plan, langfristig mit den Spielern zu arbeiten – mit der Situation haben wir nicht gerechnet“, betont der Verein. Doch das sei nun abgehakt – und habe bei den Verantwortlichen außerdem zu einem Umdenken hinsichtlich der Philosophie geführt: Ziel sei es, eine gesunde Mischung aus festem Spielerstand und einigen internationalen Akteuren zu finden. Das gehe natürlich nicht von heute auf morgen, aber die SVN-Verantwortlichen sind überzeugt, dass das der richtige Weg sei: „Der Prozess ist nicht einfach und erfordert ein bisschen Geduld. Wir sind jetzt gerade dabei, die Mannschaft entsprechend aufzustellen und sind da auch auf einem guten Weg, dass das Team ein regionaleres Gesicht bekommt.“

Ärgerlich sei zwar, dass die meisten Teams – konträr zum SVN – ihre Personalplanungen mit dem Vorbereitungsstart bereits abgeschlossen haben, damit gelte es jedoch zu Leben: Ziel sei es, angelehnt an die angepasste Philosophie eine schlagkräftige Truppe stellen zu können, um in der Gruppenliga wieder vorne mitspielen zu können. „Die Liga ist nach wie vor sehr schwer zu bespielen, da gibt es keinen klaren Favoriten. Die letzte Saison hat gezeigt, dass wohl fast alle Teams zumindest einen Blick nach unten werfen müssen“, so die Verantwortlichen, die dem verpassten Verbandsliga-Aufstieg zumindest noch mit einem weinenden Auge hinterhertrauern – allerdings sei auch die Attraktivität der Gruppenliga mit vielen Derbys und größerem Zuschauerinteresse nicht zu verleugnen und könnte so zumindest aus Vereinssicht die interessantere Liga sein. „Die Saison wird uns viel Freude bereiten. Natürlich haben wir eine große Gemeinde und eine riesige Sportanlage, die noch zu Hessenligazeiten entstanden ist – das gibt alles mehr her als Gruppenliga. In Kooperation mit Hannover 96 haben wir jetzt 330 Stadionsitze erhalten – das machen wir alles nicht, um unterklassig zu bleiben.“