Die meisten Trainer sind sich einig, wenn es um den Kreis der Titelanwärter geht. Immer wieder fallen die Namen SG Eiterfeld/Leimbach, SV Neuhof, SV Hofbieber und SG Schlüchtern. Dahinter hoffen mehrere Mannschaften darauf, sich in den Kampf um die vorderen Plätze einzumischen. Für die Aufsteiger Borussia Fulda, TSG Lütter, SG Huttengrund und SG Dittlofrod/Körnbach steht dagegen zunächst der Klassenerhalt im Vordergrund.
Eiterfeld will wieder oben angreifen
Als einer der größten Favoriten geht die SG Eiterfeld/Leimbach in die neue Saison. Nach dem Abstieg aus der Verbandsliga soll der direkte Wiederaufstieg gelingen. Trainer Andelko Urosevic tritt dabei allerdings bewusst auf die Bremse. Für ihn steht die Entwicklung der eigenen Spieler weiterhin an erster Stelle.
„Unsere Philosophie ist es, die gute Jugendarbeit fortzusetzen. Deshalb können die Ergebnisse auch mal darunter leiden. Es ist nicht unsere primäre Aufgabe, direkt wieder aufzusteigen“, sagt Urosevic. Trotzdem weiß der Trainer natürlich, welche Erwartungen von außen an seine Mannschaft gestellt werden. „Ich weiß, dass die anderen uns als Favoriten sehen und dass wir gejagt werden.“ Den Druck wolle er deshalb bewusst von seiner jungen Mannschaft nehmen. Gleichzeitig macht er aber deutlich: „Wir sind stark genug, um oben mitzuspielen. Wir unterschätzen die Liga aber nicht. Sie ist sehr eng und man muss vom ersten Spieltag an Gas geben.“
Personell drückt bei der SGEL aktuell vor allem im Sturm der Schuh. Trotz intensiver Bemühungen konnte dort kein weiterer Spieler verpflichtet werden. Hinzu kommt, dass sich mehrere Leistungsträger noch im Urlaub befinden. „Wir werden wahrscheinlich erst am dritten oder vierten Spieltag unseren optimalen Zustand erreichen. Trotzdem müssen wir einen guten Start erwischen.“ Dass der Auftakt bei der SG Freiensteinau direkt richtungsweisend werden könnte, weiß auch Urosevic. „Wir wollen direkt punkten und Selbstvertrauen holen. Gerade bei jungen Spielern kommt das häufig über Siege.“ Den Abstieg habe die Mannschaft inzwischen verarbeitet. „Am Anfang waren viele sprachlos. Aber das Fußballleben geht weiter und wir versuchen, aus der Situation das Beste zu machen.“
Borussia freut sich auf die neue Herausforderung
Nach dem Aufstieg startet Borussia Fulda erstmals seit Jahren wieder in der Gruppenliga. Große Ziele formuliert Trainer Marcel Mosch bewusst nicht. Für ihn geht es zunächst darum, die Klasse zu halten und die vielen jungen Spieler an das höhere Niveau heranzuführen.
„Unser großes Ziel ist der Klassenerhalt. Alles andere wäre Quatsch“, sagt Mosch. Rund 80 Prozent seines Kaders hätten bislang noch nie Gruppenliga gespielt. „Die Jungs müssen sich erst einmal etablieren. Ich traue ihnen das absolut zu, sonst hätte ich die Aufgabe gar nicht übernommen.“ Dass seine Mannschaft gleich zum Auftakt mit der SG Schlüchtern einen starken Gegner empfängt, sieht Mosch eher als Chance. „Wir freuen uns, dass wir die Liga eröffnen dürfen. Direkt gegen so einen Gegner wissen wir, wo wir stehen werden.“
Auch Mosch rechnet mit einer enorm ausgeglichenen Saison. „Gefühlt konnte vergangenes Jahr jeder auf- und absteigen. Ich denke, dass es dieses Jahr ähnlich eng wird.“ Als Favoriten nennt auch er Eiterfeld, Neuhof, Hofbieber und Schlüchtern. Gleichzeitig glaubt er, dass es erneut Überraschungsmannschaften geben wird. „Wenn man sich unsere ersten Wochen anschaut, kann alles passieren. Nach drei Spieltagen kannst du mit null Punkten dastehen oder mit einer richtig guten Ausbeute. Ich freue mich einfach, dass es endlich losgeht.“
Dittlofrod bleibt realistisch
Auch Aufsteiger SG Dittlofrod/Körnbach geht mit einer klaren Zielsetzung in die Saison. Trainer Marko Karamatic weiß, dass seine Mannschaft vor einer großen Herausforderung steht und will die Erwartungen bewusst niedrig halten.
„Wir sollten die Kirche im Dorf lassen. Für uns ist der Klassenerhalt das Ziel“, erklärt Karamatic. Zwar habe sich die Mannschaft in der Breite gut verstärkt, dennoch müsse man sich zunächst an das höhere Niveau gewöhnen. „Die Gruppenliga ist ein ganz anderes Kaliber. Da muss man jede Woche Topleistungen bringen.“
Mit der Vorbereitung zeigt sich der Trainer nur bedingt zufrieden. Immer wieder hätten Spieler gefehlt. „Wenn wir alle an Bord haben, haben wir aber eine schlagkräftige Truppe.“ Zum Auftakt gegen die TSG Lütter erwartet Karamatic ein Duell auf Augenhöhe. „Natürlich wollen wir die Euphorie mitnehmen und punkten.“ Besonders freut sich der Coach auf das Wiedersehen mit Borussia Fulda. „Ich war viereinhalb Jahre dort. Deshalb freue ich mich riesig auf das Duell.“ Für Dittlofrod sei die Gruppenliga ohnehin etwas Besonderes. „Das ist für unseren Verein ein absolutes Highlight.“
Schlüchtern setzt auf Konstanz
Die SG Schlüchtern gehört seit Jahren zu den Spitzenteams der Liga und möchte diese Rolle auch in der neuen Saison bestätigen. Trainer Andreas Drews formuliert das Saisonziel gewohnt bodenständig.
„Wenn wir am Ende wieder unter den ersten fünf landen, haben wir unser Ziel erreicht.“ Gleichzeitig sei der sportliche Ehrgeiz selbstverständlich vorhanden. „Wir sind Sportler und wollen möglichst jedes Spiel gewinnen.“
Als stärkste Konkurrenten sieht Drews vor allem Hofbieber, Eiterfeld und Neuhof. „Hofbieber hat mir sehr gefallen. Sie spielen einen richtig guten Fußball und haben eine starke Mannschaft. Eiterfeld ist zusammengeblieben und hat auch in den Testspielen überzeugt.“ Auch die SG Elters/Eckweisbach/Schwarzbach zählt Drews zu den Mannschaften, die überraschen könnten. „Wenn dort alles greift, können sie ebenfalls oben angreifen.“
Auf den Saisonauftakt bei Borussia Fulda freut sich die Mannschaft besonders. „Freitagabend, viele Zuschauer – darauf fiebern die Jungs hin. Das wird eine tolle Atmosphäre.“
Viele Kandidaten für die Spitzengruppe
Auffällig ist, dass sich die Einschätzungen der Trainer kaum unterscheiden. Fast jeder nennt Eiterfeld als ersten Titelkandidaten. Dahinter folgen Neuhof, Hofbieber und Schlüchtern. Immer wieder fallen außerdem die Namen Johannesberg, Niederaula und Elters/Eckweisbach/Schwarzbach als mögliche Überraschungsmannschaften.
Für Borussia Fulda, TSG Lütter, SG Huttengrund und SG Dittlofrod/Körnbach geht es dagegen zunächst darum, sich schnell an das neue Niveau zu gewöhnen. Die Trainer von Borussia und Dittlofrod sprechen offen vom Klassenerhalt als oberstem Ziel. Gerade deshalb könnten die ersten Wochen bereits eine wichtige Rolle spielen.
Der Saisonauftakt verspricht jedenfalls gleich mehrere spannende Begegnungen. Während Borussia Fulda und Schlüchtern bereits am Freitagabend die neue Spielzeit eröffnen, gastiert Eiterfeld in Freiensteinau. Dittlofrod empfängt die TSG Lütter zum direkten Aufsteigerduell, Künzell bekommt es mit Absteiger Johannesberg zu tun und Elters/Eckweisbach/Schwarzbach trifft auf den SV Neuhof.
Schon der erste Spieltag könnte erste Antworten liefern. Wer bestätigt seine Rolle als Favorit? Welcher Aufsteiger sammelt direkt wichtige Punkte? Und welche Mannschaft sorgt bereits zum Auftakt für die erste Überraschung? Langweilig dürfte es in der Gruppenliga jedenfalls nicht werden.
