Das „Grüne Band Hessen“ verläuft entlang des ehemaligen Todesstreifens an der hessisch-thüringischen Landesgrenze und führt auf 260 Kilometern durch drei Landkreise und 21 Kommunen. Es verbindet Erinnerungskultur mit einem zukunftsgerichteten Ansatz für Natur- und Regionalentwicklung. Im Landkreis Fulda hat das Nationale Naturmonument eine Fläche von 2.029 Hektar, davon 1.302 ha Wald und 636 ha landwirtschaftliche Nutzfläche. In Hessen sind es 8.048 ha.
Insbesondere die durch die Neufassung des Gesetzes erfolgte räumliche Straffung der Kulisse, die Einrichtung einer Förderzone außerhalb des Nationalen Naturmonuments und die Konzentration auf freiwillige Maßnahmen bei der Bewirtschaftung hält Landrat Woide für vorteilhaft: „Zudem sorgt eine übersichtlichere Strukturierung und Formulierung des Gesetzestextes im Vergleich zum bestehenden Gesetz für mehr Klarheit.“
Zukünftig werden auch weiterhin private Flächen Teil des Nationalen Naturmonumentes „Grünes Band“ (bestehend aus Schutzzone und Entwicklungszone) sein. Diese befinden sich ausschließlich in der Schutzzone und waren in der Regel bereits vorher naturschutzfachlich besonders geschützt. Die neue Entwicklungszone beinhaltet hingegen nur Flächen, die sich zum Zeitpunkt der Beschlussfassung des Gesetzes im öffentlichen Eigentum befinden.
Auch in der Förderzone gibt es private Flächen. Die Förderzone ist jedoch nicht Bestandteil des Nationalen Naturmonumentes.
Die Gesetzes-Novellierung stärkt und strukturiert das „Grüne Band“ als zusammenhängende Erinnerungslandschaft der deutschen Teilung. Dabei wird sowohl die Grenzgeschichte als auch die regionale Zeitgeschichte – einschließlich prägender internationaler Bezüge – für Einheimische wie Gäste besser erfahrbar. Für den Landkreis Fulda bedeutet dies insbesondere eine bessere Sichtbarkeit bestehender Grenzorte sowie neue Möglichkeiten zur Verknüpfung von Natur- und Geschichtsvermittlung.
Das „Grüne Band“ bietet erhebliche Chancen für einen nachhaltigen und profilierten Landtourismus im Landkreis Fulda. Großes Potenzial bietet dabei das Alleinstellungsmerkmal aus der Kombination aus einer einzigartigen Naturentwicklung durch den historisch bedingten Grenzausbau in Verbindung mit der historischen, geopolitischen und strategischen Bedeutung der ehemaligen Grenze.
Zudem kann das „Grüne Band“ bestehende Wander- und Radangebote ergänzen und mit Angeboten des Biosphärenreservates Rhön sowie naturverträglichen Tourismuskonzepten kombinieren.
Das „Grüne Band“ erstreckt sich in seiner Gesamtheit auf mehr als 12.000 Kilometer vom Eismeer im Norden Norwegens bis zum Schwarzen Meer an der Grenze zur Türkei. Ziel ist es, dass das „Grüne Band“ zum UNESCO-Welterbe ernannt wird.
