Zum Gedenken an ihre Verstorbenen schrieben Angehörige deren Namen auf Karten und ließen diese an einem Luftballon in den Himmel fliegen. Rund um den Infostand waren gebastelte Schmetterlinge zu finden, sie seien ein Symbol für das Aufsteigen der Verstorbenen in den Himmel.
Das diesjährige Motto lautete „Verändern, um Leben zu retten“. Denn neben dem Gedenken wurde aufgeklärt: „Es ist eine politische Forderung, auch für Fulda, da die Substitution so auf der Kippe steht“, erklärte Susanne Maul von der Aidshilfe Fulda als Organisatorin. Substitution bedeutet, dass bei einer Opiatabhängigkeit legale Ersatzstoffe ärztlich verschrieben werden. Derzeit gebe es nur eine ärztliche Versorgung in der Region, die mit Substituten versorgt. Die Auswirkungen bei einem Wegfall seien katastrophal. Für viele bedeutete es, sich auf dem freien Markt zu versorgen, was zahlreiche Folgen wie Kriminalität und mehr Drogentote mit sich bringen würde. Viele Patientinnen und Patienten können aufgrund der Substitution ein normales Leben führen und ihrer Arbeit nachgehen, was ohne nicht möglich sei.
Betroffene klärten Interessenten auf und schrieben auf Plakate, wie ihr Leben mit und ohne Substitution aussah. Simone Schafnitzel, Leiterin der Selbsthilfegruppe Connection, sammelte Unterschriften für bleibende Substitutionen. Ein weiteres Plakat zeigte die Produkte des Präventionsautomaten, der beim Bahnhof zu finden ist. Darunter hygienische Spritzen und Folien für einen sicheren Gebrauch, um vor Infektionskrankheiten zu schützen. Die Zahlen seien seit 2010 drastisch angestiegen. Herausforderungen seien, dass immer mehr Menschen ohne Wohnsitz sind, Versorgungslücken bestehen und im öffentlichen Raum konsumiert werden würde.
Weiterhin gibt es Beratungsstellen in Fulda, und auch Streetwork. Erforderlich seien laut den Organisatorinnen gesicherte Substitutionen, Treffpunkte in Kontaktläden und eine Drogen akzeptierende Beratung und Begleitung.
