Im Mittelpunkt des Gesprächs standen die Zukunft der Freiwilligendienste, die Umsetzung des Wehrdienst-Modernisierungsgesetzes sowie die politischen Debatten über eine mögliche Wiedereinführung der Wehrpflicht. Für den BDKJ war dabei besonders wichtig, die Perspektive junger Menschen einzubringen und deutlich zu machen, welchen Beitrag Freiwilligendienste für Demokratie, gesellschaftlichen Zusammenhalt und die persönliche Entwicklung leisten.
Brand informierte über die aktuellen Entwicklungen auf Bundesebene. So habe die Bundesregierung die Mittel für die Freiwilligendienste im Jahr 2026 deutlich erhöht. Insgesamt stünden rund 50 Millionen Euro zusätzlich zur Verfügung, davon 30 Millionen Euro für die Jugendfreiwilligendienste. Zudem werde derzeit an einem Gesetz gearbeitet, das unter anderem den Bevölkerungsschutz stärken und zusätzliche Plätze in den Freiwilligendiensten ermöglichen solle.
Im weiteren Verlauf des Gesprächs wurden auch die unterschiedlichen Einschätzungen zur künftigen Ausgestaltung des Wehrdienstes deutlich. Michael Brand sprach sich angesichts der aktuellen sicherheitspolitischen Lage für eine Wiedereinführung der Wehrpflicht aus. Der BDKJ machte hingegen deutlich, dass freiwilliges Engagement nicht durch verpflichtende Modelle ersetzt werden dürfe. Aus Sicht des Jugendverbandes leisten Freiwilligendienste einen eigenständigen und unverzichtbaren Beitrag für Demokratie, gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen. Eine Stärkung der Verteidigungsfähigkeit dürfe deshalb nicht zulasten der Freiwilligendienste gehen. Beide Seiten waren sich jedoch einig, dass die Freiwilligendienste auch künftig eine wichtige Rolle spielen und weiter gestärkt werden müssen.
„Die aktuellen Debatten über Wehrdienst und Verteidigungsfähigkeit dürfen nicht dazu führen, dass Freiwilligendienste in den Hintergrund geraten. Wer den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken will, muss jungen Menschen attraktive Möglichkeiten bieten, sich freiwillig zu engagieren. Dafür setzen wir uns als BDKJ ein“, erklärt der BDKJ-Diözesanvorstand. Der BDKJ Fulda begrüßt die angekündigte Stärkung der Freiwilligendienste ausdrücklich. Gleichzeitig wird der Verband die weiteren politischen Entwicklungen aufmerksam begleiten. Beide Seiten bewerteten den offenen und konstruktiven Austausch als gewinnbringend. Der BDKJ Fulda wird sich auch künftig aktiv in politische Debatten einbringen und den Dialog mit den demokratischen Vertreterinnen und Vertretern im Deutschen Bundestag suchen.
