Im Haftbefehl wird ihm im Wesentlichen folgender Sachverhalt zur Last gelegt: Von Anfang April bis Anfang Juli1994 kam es in Ruanda zu flächendeckenden Tötungen von Angehörigen der Bevölkerungsminderheit der Tutsi durch die Bevölkerungsmehrheit der Hutu. Dabei starben schätzungsweise zwischen 500.000 und 1.000.000 Menschen. Orchestriert wurde der Völkermord von Personen, die unter anderem dem damaligen Regierungsapparat, der Armee, der Nationalpolizei und der Verwaltung in Ruanda angehörten. Der nun festgenommene Beschuldigte soll zu jener Zeit Assistent des Bürgermeisters von Kayove, einer Kommune im Nordwesten Ruandas in der Präfektur Gisenyi gewesen sein. In dieser Funktion soll er zu fünf verschiedenen Gelegenheiten die Ermordung von insgesamt 25 Tutsi angeordnet haben. Bereits im Vorfeld habe er seine Autorität genutzt, um zur Vernichtung von Tutsi in seiner Gemeinde anzustacheln, und entsprechende Todeslisten anlegen lassen. In einem Fall soll sich der Beschuldigte eigenhändig an der Ermordung eines Mannes beteiligt haben, dem er mit einem Messer in die Brust geschnitten haben soll.
Der Beschuldigte soll noch am Mittwoch dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt werden, der ihm den Haftbefehl eröffnen und über den Vollzug von Untersuchungshaft entscheiden wird.
