Erst im Mai übernahm Pillot das Café, anschließend wurde renoviert. Neue Fußböden, neue Beleuchtung, moderne Eismaschinen und zahlreiche weitere Veränderungen standen zunächst auf dem Programm. Seit rund zehn Tagen ist das Gelati Cortina nun wieder geöffnet – und die ersten Reaktionen fallen positiv aus.
„Die Leute freuen sich, dass wir wieder geöffnet haben. Das ist schließlich das historische Eiscafé von Fulda – das erste überhaupt“, sagt Pillot im Gespräch mit der Osthessen-Zeitung. Ganz fertig sei der Neustart allerdings noch nicht. Die neue Außenterrasse werde in den kommenden Tagen aufgebaut, neue Eisbecher und Speisekarten seien noch unterwegs. Auch im Innenbereich stehen weitere Modernisierungen an. Im Winter soll unter anderem eine neue Verkaufstheke eingebaut werden, um künftig noch mehr Eissorten präsentieren zu können. Auch zusätzliche Sitzmöglichkeiten sind geplant. „Es soll etwas kleiner, schöner und vor allem gemütlicher werden“, beschreibt der Inhaber seine Vorstellung.
Für Pillot ist das Eiscafé längst mehr als nur ein neues Geschäft. Der gebürtige Norditaliener stammt aus der Region rund um Conegliano, der Heimat des Proseccos, und arbeitet seit fast vier Jahrzehnten als Gelatiere. Zunächst führte er gemeinsam mit seinem Bruder über 25 Jahre lang eine Eisdiele in Hünfeld, anschließend zehn Jahre lang ein Eiscafé in Künzell. Dort sei das Geschäft jedoch immer größer geworden – mit mehr als 40 Tischen und entsprechend großem Personalbedarf.
„Irgendwann wollte ich etwas Kleineres“, erzählt er. Nach einer mehrmonatigen Pause habe sich schließlich die Möglichkeit ergeben, das traditionsreiche Eiscafé in der Fuldaer Innenstadt zu übernehmen. „Das war genau das, was ich gesucht habe.“
Dass die Personalsuche in der Gastronomie zunehmend schwieriger werde, habe seine Entscheidung zusätzlich bestärkt. Derzeit führt Pillot den Betrieb überwiegend alleine, unterstützt wird er am Wochenende und in den Abendstunden von seiner Freundin.
Das Eismachen bleibt dabei reine Handarbeit. Jeden Morgen produziert Pillot seine Sorten selbst, bevor am Mittag verkauft wird. Die Leidenschaft für das Handwerk liegt dabei in der Familie. Mehrere Verwandte betreiben oder betrieben Eisdielen in Deutschland. „Bei uns macht eigentlich die ganze Familie Eis“, sagt er schmunzelnd.
Auf große Werbung verzichtet der neue Inhaber bislang bewusst. Erst solle das Café Schritt für Schritt fertiggestellt werden. Trotzdem habe sich die Wiedereröffnung bereits schnell herumgesprochen. Viele ehemalige Stammkunden aus Hünfeld und Künzell hätten ihn bereits besucht. „Das hat sich ganz von alleine verbreitet“, erzählt Pillot.
Mit dem traditionsreichen Namen Cortina, den er bewusst beibehalten hat, möchte der Gelatiere an die Geschichte des Hauses anknüpfen und gleichzeitig neue Akzente setzen. Sein Ziel ist es, das historische Eiscafé wieder zu einem gemütlichen Treffpunkt in der Fuldaer Innenstadt zu machen – mit hausgemachtem italienischem Eis, familiärer Atmosphäre und einem Stück Dolce Vita mitten in Fulda.
