Yaser Assaf und seine Familie – Ehefrau sowie vier Kinder im Alter von zehn bis 15 Jahren – haben damit einen weiteren wichtigen Schritt seit ihrer Flucht aus Syrien geschafft. „Yaser Assaf und die Firma Sislak Design sind ein gelungenes Beispiel für eine vorbildliche Integration eines Flüchtlings in die Gesellschaft“, sagte Thorsten Stolz bei der Übergabe der Urkunde.
Assaf arbeitet seit acht Jahren als Logistiker und Kurierfahrer bei der Firma Sislak Design in Gelnhausen und hat sich dort hohe Anerkennung im Team erworben. Seine Kinder sind im Vereinsleben integriert, seine Frau engagiert sich ehrenamtlich. Der 44-Jährige freut sich über die Einbürgerung. Deutschland sei für ihn und seine Familie zur neuen Heimat geworden. Arbeit, Sprache und Eigeninitiative seien für ihn der Schlüssel zur Integration. „Wenn man nach Deutschland kommt, muss man lernen, arbeiten und positiv nach vorne schauen. Ich freue mich sehr, jetzt Deutscher zu sein und möchte Deutschland etwas zurückgeben – so gut ich kann.“
Georg Sislak, Geschäftsführer der Sislak Design GmbH in Gelnhausen, sagte: „Yaser Assaf ist ein unverzichtbarer Mitarbeiter in unserem Unternehmen. Er ist fachlich zuverlässig, engagiert und im gesamten Team anerkannt. Er musste vor dem Krieg in Syrien fliehen, hat bei uns Verantwortung übernommen, sich erfolgreich integriert und erhält nun die deutsche Staatsbürgerschaft. Das freut mich als Arbeitgeber, aber auch persönlich sehr.“
Sislak ist überzeugt, dass Integration gelingt, wenn Menschen Chancen erhalten. Besonders wichtig sei dabei die Zusammenarbeit mit dem Main-Kinzig-Kreis und dem Projekt AQA gewesen. „Die Zusammenarbeit mit dem Main-Kinzig-Kreis und dem Projekt AQA war von Beginn an unkompliziert und unterstützend. Wenn alle Seiten etwas bewegen wollen, dann funktioniert Integration auch.“ Die AQA ist die Ausbildungs- und Qualifizierungsgesellschaft des Main-Kinzig-Kreises und arbeitet eng mit dem Kommunalen Center für Arbeit (KCA) sowie verschiedenen Kooperationspartnern zusammen.
Auch Landrat Stolz verfolgt die Integration von Yaser Assaf bereits seit Längerem. „Die Einbürgerung ist der krönende Abschluss seines Ankommens in Deutschland. Bei Yaser Assaf und der Firma Sislak kommt alles zusammen: ein Mensch, der Verantwortung übernehmen will, und ein Unternehmen, das ihm eine echte Chance gibt. Es steht und fällt mit dem Wollen – auf beiden Seiten.“ Aus seiner Sicht ist der Arbeitsmarkt im Main-Kinzig-Kreis auf motivierte Zuwanderung angewiesen, wobei insbesondere familiengeführte Unternehmen eine wichtige Rolle spielten.
Der Zufall spielte eine wichtige Rolle
Nach der Flucht vor dem Krieg in Syrien im Jahr 2015 kamen Yaser Assaf und seine Familie über die Türkei nach Deutschland. Zunächst lebten sie drei Jahre in Bad Orb, bevor Gelnhausen 2018 zum Arbeitsmittelpunkt wurde.
Die Anstellung bei Sislak kam eher zufällig zustande. Georg Sislak suchte für sein Unternehmen einen motivierten Fahrer und fragte bei einem befreundeten Fahrlehrer nach, ob dieser jemanden kenne. Yaser Assaf, der in Syrien als Kraft- und Busfahrer gearbeitet hatte, ließ zu diesem Zeitpunkt seinen Führerschein in Deutschland anerkennen. Der Fahrlehrer empfahl ihn für die offene Stelle bei Sislak – der Rest ist Geschichte.
Mit der Einbürgerung, die insgesamt drei Jahre in Anspruch nahm, fühlt sich Assaf mit seiner Familie in seiner neuen Heimat angekommen. Nach Syrien möchte er auch aufgrund der weiterhin politisch unsicheren Lage nicht zurückkehren.
Ganz sorgenfrei ist die Familie dennoch nicht. „Leider müssen wir unsere Wohnung in Wächtersbach aufgrund von Eigenbedarf verlassen und suchen jetzt ein passendes Haus für unsere sechsköpfige Familie. Ich hoffe, dass wir schnell eine Lösung finden“, wünscht sich Yaser Assaf.
