Lokales FD 06.07.2026

Dorfsafari - Kinder liefern Ideen für kommunales Entwicklungskonzept

Großentaft (pm/gü) – Wie sieht das Großentaft von morgen aus der Sicht der Grundschülerinnen und Grundschüler aus? Um diese Perspektiven, Wünsche und Ideen der Kinder aktiv in die Dorfentwicklung einzubinden, fand an der Grundschule Hessisches Kegelspiel Großentaft eine „Dorfsafari“ statt, fachlich und methodisch begleitet durch das Dortmunder Büro Stadt + Handel. Die Schülerinnen und Schüler erkundeten mit großem Eifer ihren Ortsteil und zeigten sich grundlegend sehr positiv gestimmt, wenn sie an ihr Zuhause in Großentaft denken.

Fotos: Stadt+Handel, Dortmund

Bevor es jedoch auf die eigentliche Safari ging, versammelten sich die Kinder im „Basislager“. Dort erhielten sie zunächst eine offizielle Forscherinnen- und Forscher-Schulung, um optimal auf ihre Aufgabe vorbereitet zu sein. Ausgerüstet mit diesem Wissen absolvierten die Grundschulkinder anschließend gemeinsam fünf spannende Stationen im Ort, bei denen sie ihr vertrautes Umfeld mit ganz neuen Augen betrachteten. Ein scharfer Blick für Barrierefreiheit und Generationengerechtigkeit Auf dem örtlichen Spielplatz merkten die jungen Forscherinnen und Forscher schnell, dass die bestehenden Strukturen nicht für alle Menschen gleichermaßen zugänglich sind. Aus dieser Beobachtung entstanden bemerkenswerte Ideen: Die Kinder wünschen sich einen Mehrgenerationenspielplatz, der von allen Altersgruppen genutzt werden kann. Ein konkreter Vorschlag war unter anderem ein Lift, der barrierefrei zum oberen Ende der Rutsche führt. Zudem wurde der Wunsch nach mehr öffentlichen Toiletten im Ort laut.

Ein weiteres Highlight der Dorfsafari war „Urmel der Gelangweilte“. Dem Plüsch-Wasserschwein (Capybara) machten die Kinder zahlreiche kreative Vorschläge für neue Vereine, denen er beitreten könnte, um seine Langeweile zu vertreiben. Diese spielerische Station verdeutlichte noch einmal eindrucksvoll, wie stark das lokale Vereinsleben in den Köpfen der Kinder verankert ist und wie wichtig eine funktionierende Vereinsstruktur für das soziale Miteinander im Ort ist. Beim Schlüpfen in die Rolle der Bürgermeisterin oder des Bürgermeisters zeigten die Kinder an einer weiteren Station klare Prioritäten für die Verteilung von Geldern. Ganz oben auf der Wunschliste für Großentaft standen Freizeitangebote wie ein neues Kino oder ein eigenes Schwimmbad. Ein deutliches Signal gab es auch in eine andere Richtung: In die Auto-Infrastruktur wollte keines der Kinder investieren. Ein herzlicher Dank galt den engagierten Lehrerinnen der Grundschule Hessisches Kegelspiel Großentaft, die diese Aktion tatkräftig unterstützt haben. Das durchweg begeisterte Feedback der Kinder zeigt, wie wichtig es ist, die jüngsten Generationen in Planungsprozesse einzubeziehen.

Wer sich ebenfalls einbringen möchte, kann am 15. Juli um 18 Uhr ins Bürgerhaus von Eiterfeld kommen, dort findet eine Dorfwerkstatt statt. Alle sind eingeladen, mitzudiskutieren und ihre Ideen für ihre Heimat einzubringen.