Lokales FD 31.07.2026

Dommuseum zeigt Kirchenbauten im Bistum Fulda seit 1946

Fulda (pm/jah) – Eine aktuelle Sonderausstellung im Fuldaer Dommuseum beschäftigt sich mit Kirchenbauten im Bistum Fulda seit dem Zweiten Weltkrieg. Auch überregional stößt die Schau auf eine große Resonanz.

Für viele Heimatvertriebene hatten die neuen Kirchen und Kapellen eine ganz besondere Bedeutung. Ein großer Teil entstand in Eigenleistung. Foto: Bistum Fulda / Arnulf Müller

Unter dem Titel „Zwischen Aufbruch und Abbruch“ ist bis zum 10. Januar 2027 zu sehen, wie nach 1945 zahlreiche Kirchen entstanden sind, welche Bedeutung sie für Gemeinden und Heimatvertriebene hatten und welche Fragen sich heute mit Blick auf Nutzung, Erhalt oder Aufgabe kirchlicher Gebäude stellen.

Mehr als 200 Kirchen und Kapellen waren zwischen 1946 und 1969 im Bistum Fulda errichtet worden. Denn nach dem Zweiten Weltkrieg kamen viele Katholiken als Heimatvertriebene, Geflüchtete und Evakuierte in das Gebiet des Bistums Fulda, unter anderem aus Schlesien, Ostpreußen, Pommern und dem Sudetenland.  Die neuen Kirchen und Kapellen wurden zu Orten des Gottesdienstes, aber auch zu Mittelpunkten kirchlichen und gemeinschaftlichen Lebens.

Die Ausstellung zeigt historische Aufnahmen, Pläne, Dokumente und Exponate. Einige Stücke wurden von Heimatvertriebenen aus ihren Herkunftsregionen mitgebracht. Ergänzt wird die Schau durch Zeitzeugeninterviews sowie einen Onlinekatalog mit Informationen zu mehr als 260 Kirchenbauten im Bistum Fulda.

Zugleich richtet die Ausstellung den Blick auf aktuelle Fragen. Viele Gemeinden werden kleiner, pastorale Strukturen verändern sich, und nicht alle kirchlichen Gebäude können dauerhaft in bisheriger Form erhalten werden. Damit stellt sich auch die Frage, wie sakrale Räume künftig genutzt werden können.

Konzipiert haben die Schau die Kuratorinnen Astrid Schlegel von der Fachstelle Kunst, Kultur, Museum des Bistums Fulda, die Kunstwissenschaftlerin Dr. Johanna Anders sowie die Lektorin, Kunst- und Architekturhistorikerin Dr. Verena Smit.