Dieter Kehl verstarb unerwartet. Vor anderthalb Wochen war er noch zusammen mit vielen Kollegen der Wirtevereinigung „Rhöner Charme“, deren Ehrenvorsitzender er war, beim Festzug auf dem Hessentag mitgelaufen. Er hatte die Initiative mitgegründet und prägte sie 25 Jahre als ihr Vorsitzender, eher im Jahr 2019 das Zepter an die nächste Generation übergab. Insgesamt war er neben der Arbeit im Familienbetrieb, wo er auch nach der Übergabe an Sohn Benjamin Kehl bis zuletzt mitarbeitete, vielfältig engagiert. 2020 zeichnete ihn der damalige Hessische Ministerpräsident Volker Bouffier mit dem Hessischen Verdienstorden aus. Dabei wurden unter anderem Dieter Kehls Engagement für den Erhalt des Dorfgemeinschaftshauses Lahrbach hervorgehoben sowie, dass er einer der Gründer der Tanner Wirtevereinigung, die das Tanner Wirtefest ins Leben gerufen hat, war. Die Auszeichnung hatte er damals zusammen mit seinem Sohn Sebastian Kehl entgegennehmen dürfen, dieser war für seine sportlichen Erfolge und seinen Einsatz für Zivilcourage und gegen Rassismus geehrt worden. Dieter Kehl hinterlässt seine Frau Evi und die drei Söhne Alexander, Benjamin und Sebastian mit ihren Familien.
Stimmen zum Tod von Dieter Kehl
Bundestagsabgeordneter Michael Brand: „Das ist ein echter Schock, noch am Sonntagabend waren wir in Lahrbach zusammen: Er war fröhlich und tatkräftig wie immer. Dieter Kehl war ein toller Mensch – er war ein Macher, voller Ideen, die er auch anpackte. Seine Bescheidenheit, sein Optimismus, sein Liebe zur Rhön waren schlicht ansteckend. Als Ideengeber für den Rhöner Charme war er für regionale Produkte und gute Gastronomie ein Pionier in der Region und weit darüber hinaus. Kommunalpolitisch hat er sich aus Überzeugung und mit Haltung engagiert. Ich bin tieftraurig, dass dieser Rhöner mit viel Herz und viel Verstand viel zu früh verstorben ist. Meine Gedanken sind bei der Familie, die ihm spürbar am wichtigsten war.“
Landrat Bernd Woide: „Dieter Kehl war eine unserer großen Unternehmerpersönlichkeiten. Er war weit mehr als ein Rhöner und mehr als ein Gastronom: Dieter Kehl ging mit seiner Offenheit und seinen Ideen Vielen und Vielem voran. Er war ein mutiger Gestalter mit Einfluss auf die gesamte Region und deren positive Entwicklung. Und er war innovativ: Schon Anfang der 1990er Jahre beteiligte er sich an der Gründung der „Rhöner Charme“-Initiative, die zur regionalen Marke wurde. Das vereint, was ihm, der 50 Jahre Gastronom war, am Herzen lag: bereit zu sein für Veränderung und gemeinsam zu handeln – mit Gastrokolleginnen und -kollegen und vor allem mit der Familie. Dieter Kehl war ein leidenschaftlicher Macher. Einer mit Wurzeln in der Tradition seiner Großeltern und Eltern, einer mit eigenen Ideen und mit dem Weitblick und Spaß daran, Neues für die vierte Generation, die „Jungen Wilden“, wie er sie nannte, auf den Weg zu bringen. Man kann so viel über ihn sagen, so facettenreich war Dieter Kehl: Er war gesellig, mit gutem Humor ausgestattet, ein Genießer, heimatverbunden, ein wunderbarer Koch und Gastgeber, ein Förderer, allenthalben beliebt und gern gesehen. Ich habe ihn für all das sehr geschätzt. Dass er so früh und plötzlich ging, macht tieftraurig. Die Region verliert mit ihm einen feinen und klugen Menschen. Seiner großen Familie gilt mein aufrichtiges Mitgefühl.“
