Doch die Geschichte des Areals ist nicht vorbei. Sie beginnt ein neues Kapitel. Seit dem 1. Juli gehört das ehemalige Goodyear-Werksgelände der Stadt Fulda. Nachdem die Stadt bereits im März ihr gesetzliches Vorkaufsrecht ausgeübt und Ende Juni den notariellen Kaufvertrag mit der Goodyear Germany GmbH geschlossen hatte, konnten nun erstmals Vertreter der regionalen Medien das rund 17 Hektar große Gelände betreten.
Es war ein Rundgang, auf den viele Fuldaer gewartet hatten. Seit der Schließung des Werks stehen zahlreiche Fragen im Raum: Wie sieht es hinter den Werkstoren aus? Was ist von der jahrzehntelangen Reifenproduktion geblieben? Und vor allem: Welche Zukunft hat ein Standort, der über Jahrzehnte ein Herzstück der Stadt war?
Bereits zu Beginn des Rundgangs wurde deutlich, welche Bedeutung das Areal für Fulda besitzt. Bürgermeister Dag Wehner machte klar, dass der Kauf weit mehr sei als eine reine Immobilienentscheidung. „Ich bin sehr dankbar, dass so viele unserer Einladung gefolgt sind. Das zeigt auch das Interesse der Öffentlichkeit an diesem für Fulda bedeutsamen Thema“, sagte Wehner. Für die Stadt sei die Übernahme eine langfristige Weichenstellung. „Nicht, um irgendjemanden in seiner Investitionstätigkeit zu hindern, sondern aus der Situation heraus, dass wir hier Arbeitsplätze für Stadt und Region auch in Zukunft erhalten wollen.“
Gleichzeitig gehe es darum, die Entwicklung des Standorts aktiv zu gestalten. „Wir wollen hier eine Entwicklung ermöglichen, die diesem Standort, aber auch dem Umfeld dient und die Erschließungsmöglichkeiten für die Stadt insgesamt verbessert.“ Schon wenige Minuten nach dem Betreten des Geländes wird deutlich, warum die Verantwortlichen von einer besonderen Herausforderung sprechen. Von außen wirkt die ehemalige Reifenfabrik – von vielen Fuldaern bis heute nur „die Gummi“ genannt – wie ein gewöhnliches Werksgelände. Hinter den Toren verbirgt sich jedoch eine eigene kleine Stadt.
Kilometerlange Produktionshallen, Verwaltungsgebäude, Lagerflächen, Gleisanschlüsse, Rampen und interne Straßen ziehen sich über das Areal. Alles ist miteinander verbunden und über Jahrzehnte hinweg gewachsen. „Ich glaube, die Größe dieser Aufgabe wird spätestens bewusst, wenn wir dieses Areal gemeinsam begehen“, sagte Wehner.
Die Führung übernahm Stadtbaurat Daniel Schreiner gemeinsam mit weiteren Fachleuten aus der Stadtverwaltung. Schon seine ersten Worte machten deutlich, dass auch für die Verwaltung dieser Tag ein besonderer Moment war. „Vielen Dank für das große Interesse. Es ist sicherlich ein bewegender Moment, dass wir einmal gemeinsam über das Gummi-Areal gehen können.“ Schreiner stellte die Mitarbeiter vor, die künftig mit der Entwicklung des Geländes beschäftigt sein werden – vom Gebäudemanagement über die Wirtschaftsförderung bis hin zum Rechtsamt. Schnell wird klar: Dieses Projekt betrifft nahezu alle Bereiche der Stadtverwaltung.
Noch bevor der Rundgang beginnt, weist Schreiner auf die besondere Ausgangslage hin. „Wir sind jetzt erst seit drei Wochen im Besitz des Geländes. Alles ist noch ganz, ganz frisch.“ Ein Hinweis des Rechtsamts folgt direkt: Aktuell müsse sprachlich zwischen Besitz und Eigentum unterschieden werden. Ein kleines Detail, das zeigt, wie sorgfältig die Stadt die ersten Schritte begleitet. Die Route führt zunächst am historischen Verwaltungsgebäude vorbei. Der Bau erzählt bereits einen Teil der Geschichte des Standorts: Der ursprüngliche Gebäudeteil stammt aus den 1930er-Jahren, nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude erweitert.
„Das Verwaltungsgebäude thront wirklich über dem Stadtraum. Es ist weithin sichtbar und deshalb stadtbildprägend“, erklärte Schreiner. Anders als viele andere Gebäude auf dem Gelände befindet sich der Verwaltungsbau noch in einem vergleichsweise guten Zustand. Eine spätere Nutzung erscheint grundsätzlich denkbar. „Bei dem würde ich mich festlegen: Das ist eines der besseren Gebäude.“ Eine endgültige Entscheidung sei jedoch noch nicht gefallen. Zunächst müsse geprüft werden, welche Gebäude wirtschaftlich sinnvoll erhalten werden können. Auch das ehemalige Heizwerk mit dem markanten Fulda-Schriftzug gehört für die Stadt zu den prägenden Elementen des Geländes. „Den würden wir natürlich gerne erhalten. Wenn irgendwann wieder Strom auf den Leitungen ist, wäre es schön, wenn der Schriftzug eines Tages auch wieder leuchten würde.“
Schon hier wird deutlich: Die Stadt will nicht einfach die Vergangenheit ausradieren. Vielmehr geht es darum, die Identität des Standorts dort zu bewahren, wo es möglich und sinnvoll ist. Während der Rundgang weitergeht, erzählt Schreiner die Geschichte des Werks. Angefangen hatte die Produktion deutlich kleiner. Zunächst wurden Fahrradreifen hergestellt, später kamen Autoreifen hinzu. Mit jedem neuen Auftrag wuchs das Gelände. „Es wurde Schritt für Schritt gebaut – immer so, wie es gerade notwendig war.“ Genau dieses Wachstum prägt den Standort bis heute. Das ehemalige Werk entstand nicht nach einem großen Masterplan, sondern entwickelte sich über Jahrzehnte hinweg mit den Anforderungen der Produktion.
Neue Hallen wurden gebaut, bestehende Bereiche erweitert und Produktionsflächen immer wieder angepasst. Was während der aktiven Zeit sinnvoll war, stellt die Stadt heute vor eine außergewöhnliche Aufgabe. „Das Gelände ist über Jahrzehnte gewachsen. Es gab keinen großen Masterplan, sondern immer die Frage: Was brauchen wir jetzt? Wo müssen wir erweitern?“ Für die damalige Produktion sei diese Entwicklung ein Vorteil gewesen. Neue Flächen konnten geschaffen werden, ohne den laufenden Betrieb grundlegend zu unterbrechen. Heute sorgt genau diese gewachsene Struktur für die besondere Komplexität des Areals.
„Wenn Sie sich das von oben anschauen, sieht das aus wie eine Halle. Tatsächlich wurde aber immer wieder angebaut – mal nach drei Jahren, mal nach acht Jahren, manchmal schon nach einem Jahr. Überall finden Sie eine andere Konstruktion, eine andere Technik, ein anderes Mauerwerk. Alles ist anders. Trotzdem ist es eine Halle. Faszinierend und erschreckend zugleich.“ Die Herausforderung besteht nun darin, aus dieser über Jahrzehnte entstandenen Struktur einen Standort für die Zukunft zu entwickeln. Während moderne Gewerbegebiete häufig auf einer klaren Planung beruhen, besteht das ehemalige Goodyear-Areal aus vielen einzelnen Bauabschnitten, unterschiedlichen Gebäudetypen und technischen Systemen.
Hinzu kommt, dass größere Investitionen in die Gebäudesubstanz über lange Zeit ausgeblieben sind. „Es gab immer nur Kleinstbudgets für Investitionen“, erklärte Schreiner. „Es wurde erweitert, aber nie einmal gesagt: Wir stärken diesen Standort mit einer großen Grundsanierung.“ Der Grund dafür habe nicht an der Bedeutung des Standorts oder an der Arbeit der Beschäftigten gelegen. Vielmehr stand das Werk innerhalb eines internationalen Konzerns ständig im Wettbewerb. „Ohio hat immer geschaut, welche Zahlen Europa liefert. Da geht es um Wirtschaftlichkeit. Es geht nicht darum, welches Werk den schönsten Zustand hat oder wo die zufriedensten Mitarbeiter arbeiten.“
Investitionen seien dort eingesetzt worden, wo sie wirtschaftlich am sinnvollsten erschienen. „Wenn andere Standorte auf der grünen Wiese neu bauen können und hier ein großer Umbau notwendig wäre, dann ist das im internationalen Wettbewerb natürlich ein schwieriges Argument.“ Trotz der teilweise schwierigen Gebäudesituation stellte Schreiner eines klar: Die Sicherheit der Beschäftigten habe nie darunter gelitten. „Man darf nicht sagen, dass hier unsicher gearbeitet wurde.“ Probleme hätten vor allem die Bausubstanz und fehlende Modernisierungen betroffen – nicht den Arbeitsschutz. „Die Arbeitsschutzvorgaben waren hier tipptopp.“ Bereiche seien nur dann gesperrt worden, wenn sie nicht mehr sicher genutzt werden konnten. Während des laufenden Betriebs hätten klare Regeln gegolten. „Nie wurde eine Halle, in der produziert wurde, einfach weiter genutzt, obwohl es Probleme gab. Wenn etwas nicht mehr ging, wurde entsprechend reagiert.“
Mit jedem weiteren Schritt über das Gelände richtet sich der Blick stärker nach vorne. Denn die zentrale Frage lautet längst nicht mehr nur, was erhalten werden kann – sondern vor allem: Was ist künftig möglich? Eine der größten Herausforderungen ist dabei der Brandschutz. Viele Gebäude konnten während der Produktionszeit aufgrund bestehender Genehmigungen genutzt werden. Bei einer neuen Nutzung gelten jedoch andere Maßstäbe. „Wenn ich ein Bestandsbaurecht habe, erlischt das ja nicht. Das macht es so besonders“, erklärte Schreiner. Sobald allerdings eine neue Nutzung geplant wird, beginnt die Prüfung erneut. „Wenn wir dort mit einer neuen Nutzung reingehen, brauchen wir für alles neue Brandschutznachweise.“ Die Anforderungen hätten sich seit den ersten Bauabschnitten deutlich verändert. „Niemand kann mit den Brandschutzbestimmungen der Altgenehmigungen heute noch irgendetwas anfangen.“
Gerade die Vielzahl unterschiedlicher Gebäudeteile macht die Entwicklung kompliziert. Was einst für die Reifenproduktion perfekt funktionierte, muss nun für völlig neue Nutzungen angepasst werden. Besonders deutlich wird das in den großen Produktionshallen. Dort, wo früher Maschinen, Förderbänder und Produktionslinien standen, befinden sich heute gewaltige Flächen mit Fundamenten, Schächten und technischen Anlagen. Nicht alles wird erhalten bleiben können. „Wir werden überall Hand anlegen müssen“, sagte Schreiner. „Gebäude niederlegen müssen, sofern sie nicht wirklich so funktionstauglich sind, dass jemand sie nachnutzen kann.“ Welche Gebäude am Ende bestehen bleiben, ist offen. Entscheidend wird sein, ob eine wirtschaftlich sinnvolle Nutzung möglich ist.
Neben der Gebäudesubstanz spielt auch die besondere Topografie des Geländes eine wichtige Rolle. Was von außen wie eine zusammenhängende Fläche wirkt, weist erhebliche Höhenunterschiede auf. Zwischen dem tiefsten und höchsten Punkt liegen rund 17 Meter. „Sie können hier nicht einfach eine Straße gerade durchbauen“, erklärte Schreiner. „Da brauchen Sie Böschungselemente und verlieren unglaublich viel Fläche.“ Deshalb muss die künftige Erschließung des Areals genau geplant werden. Straßenführungen, Zufahrten und mögliche Nutzungen hängen eng miteinander zusammen.
Bevor konkrete Ansiedlungen möglich sind, muss deshalb eine zentrale Frage beantwortet werden: Wie lässt sich das Gelände künftig sinnvoll erschließen? „Wir müssen hier städtebaulich Lösungsansätze finden“, sagte Schreiner. Die Stadt wolle den Standort weiterhin gewerblich geprägt entwickeln. Dafür müsse zunächst geprüft werden, wie eine leistungsfähige Verkehrsführung aussehen kann. „Wie kommen wir ins Quartier? Wie ist die Leistungsfähigkeit? Brauchen wir einen Linksabbieger, eine Kreuzung, eine Ampel oder einen Kreisverkehr? Geht die Straße durch oder arbeiten wir mit Stichstraßen?“ Diese Fragen werden aktuell gemeinsam mit Gutachtern untersucht. Mithilfe verschiedener Verkehrsszenarien soll herausgefunden werden, welche Nutzungen auf dem Gelände überhaupt möglich sind.
Dabei werden unterschiedliche Varianten betrachtet: Wie viele Beschäftigte könnten künftig auf dem Areal arbeiten? Wie viel Lieferverkehr entsteht? Welche Belastung bringen Lastwagen? Welche Unternehmen passen zur vorhandenen Infrastruktur? „Die Gutachter legen verschiedene Nutzungen auf ein Straßensystem und schauen, was überhaupt möglich ist“, erklärte Schreiner. Denn die Verkehrsfrage entscheidet am Ende auch darüber, welche Unternehmen sich auf dem ehemaligen Goodyear-Gelände ansiedeln können. Besonders verkehrsintensive Betriebe könnten möglicherweise nicht zur künftigen Erschließung passen.
Die Entwicklung hängt damit nicht allein von den Gebäuden ab. Entscheidend ist auch, wie das Areal wieder in das Stadtgefüge integriert werden kann. Während die Stadt die Grundlagen für die Entwicklung schafft, richtet sich der Blick zunehmend auf mögliche neue Nutzer. Die entscheidende Frage lautet: Wer könnte künftig wieder hinter den Werkstoren arbeiten? Bürgermeister Dag Wehner machte deutlich, dass verschiedene Modelle denkbar seien. Ein einzelner Großinvestor sei zwar nicht ausgeschlossen, realistischer erscheine jedoch eine Entwicklung mit mehreren Unternehmen.
„Wenn es die Option gäbe, einen großen Investor zu finden, der sich für das gesamte Gelände interessiert, sind wir natürlich offen“, sagte Wehner. „Realistischer ist aber, das Gelände vernünftig zu teilen, die Verkehrsführung zu ermöglichen und unterschiedliche Unternehmen hier anzusiedeln.“ Die Dimension des Areals mache die Suche nach einem einzigen Nutzer schwierig. „Es wird kein Unternehmen geben, das sagt: Genau diese Infrastruktur wollte ich schon immer haben, ich ziehe einfach hier ein.“
Denn die vorhandenen Strukturen seien speziell für die Reifenproduktion geschaffen worden. Energieversorgung, technische Anlagen, Gebäudestrukturen und interne Abläufe müssten für neue Nutzungen angepasst werden. Gerade deshalb sah Wehner Vorteile in einer breiteren wirtschaftlichen Aufstellung. „Eine Kommune wird unabhängiger, wenn sie nicht von einem einzigen großen Arbeitgeber abhängig ist“, erklärte der Bürgermeister.
Als Beispiel nannte er Erfahrungen aus seiner früheren Zeit als Bürgermeister in Kalbach. Ein großer Betrieb könne zwar erhebliche Gewerbesteuereinnahmen bringen, gleichzeitig entstehe aber auch eine Abhängigkeit. „Wenn ein einzelnes Unternehmen in Schwierigkeiten gerät, spürt eine Kommune das sofort.“ Eine Mischung verschiedener Unternehmen und Branchen könne dagegen langfristig für mehr Stabilität sorgen. Dass grundsätzlich Interesse am ehemaligen Werksgelände besteht, bestätigte Julian Rudolf, der die Entwicklung der Fläche künftig begleiten wird.
„Wir haben etliche Anfragen“, berichtete Rudolf. Das Spektrum sei dabei sehr breit. Es reiche von produzierendem Gewerbe über Industrieunternehmen bis hin zu Angeboten aus dem Sport- und Freizeitbereich. „Die Anfragen sind sehr heterogen.“ Trotz der Vielzahl an Ideen müsse die Stadt genau prüfen, welche Projekte tatsächlich zum Standort passen. „Wir sind bestrebt, solides gewerbliches Interesse hierher zu führen.“
Entscheidend sei nicht, möglichst schnell jede Fläche zu vergeben, sondern eine langfristig tragfähige Entwicklung zu schaffen. Dass die Übernahme durch die Stadt das Interesse deutlich verändert habe, sei auffällig. Während des vorherigen privaten Verfahrens habe es kaum Anfragen gegeben. Seit die Stadt Eigentümerin des Areals ist, sei die Nachfrage deutlich gestiegen. „Kaum haben wir die Finger drauf, kommen die Interessenten von überall her“, sagte Schreiner. Für die Stadt bleibt jedoch eine Zielsetzung entscheidend: neue Arbeitsplätze schaffen.
„Das war von Anfang an unser Fokus“, betonte Bürgermeister Dag Wehner. „Mit der Schließung des Werkes sind viele Arbeitsplätze verloren gegangen. Unser Ziel ist es, dass hier langfristig wieder Menschen arbeiten.“ Dabei gehe es nicht nur um Beschäftigung, sondern auch um die wirtschaftliche Zukunft Fuldas. „Steuereinnahmen gehören natürlich dazu. Denn nur dadurch können wir das finanzieren, was unsere Stadt ausmacht.“
Die Entwicklung des Areals wird allerdings Zeit brauchen. Niemand im Rathaus erwartet, dass innerhalb weniger Monate ein fertiger neuer Stadtteil entsteht. Zu groß sind die Herausforderungen: die Gebäude, die Infrastruktur, die Verkehrsplanung und die Frage, welche Unternehmen tatsächlich zum Standort passen. Doch genau darin sieht die Stadt auch die Chance.
Denn das ehemalige Goodyear-Gelände bietet etwas, das in vielen Städten selten geworden ist: eine große zusammenhängende Fläche mit industrieller Vergangenheit und zentraler Lage. Als der Rundgang schließlich wieder Richtung Ausgang führt, bleibt vor allem ein Eindruck zurück: Das ehemalige Goodyear-Areal ist weit mehr als eine Ansammlung alter Industriehallen. Es ist ein Stück Fuldaer Identität – verbunden mit Erinnerungen, Arbeitsplätzen und jahrzehntelanger Wirtschaftsgeschichte.
Viele Menschen in der Stadt verbinden persönliche Geschichten mit diesem Ort. Familienmitglieder haben hier gearbeitet, Generationen wurden durch das Werk geprägt. Der Name „Fulda“ war über Jahrzehnte eng mit der Reifenproduktion verbunden. Diese Vergangenheit lässt sich nicht ersetzen. Gleichzeitig richtet sich der Blick nach vorne. Noch ist offen, welche Unternehmen künftig hinter den Werkstoren arbeiten werden, welche Gebäude erhalten bleiben und welche Bereiche einer neuen Nutzung weichen müssen. Sicher ist jedoch: Die Entwicklung des ehemaligen Goodyear-Geländes wird Fulda über viele Jahre beschäftigen. Es ist keine gewöhnliche Bauaufgabe, sondern ein langfristiges Stadtentwicklungsprojekt.
Die Stadt übernimmt hier nicht einfach ein ehemaliges Fabrikgelände. Sie übernimmt Verantwortung für ein Stück Industriegeschichte – und steht gleichzeitig vor der Aufgabe, daraus einen Ort für die Zukunft zu entwickeln. Mit dem Kauf des Areals endet die Geschichte der „Gummi“ nicht. Sie bekommt ein neues Kapitel. Eines, in dem aus einem traditionsreichen Industriestandort wieder ein Ort für Arbeit, Innovation und wirtschaftliche Perspektiven entstehen soll. Die Herausforderung ist groß – doch die Chance, die sich Fulda bietet, ist es ebenfalls.
